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Dienstag, 16. Januar 2018

DIY-Anleitung - So habe ich mir meine Nagellackregale selber gebaut

Januar 16, 2018



Hallo ihr Lieben 💗

Da der Bestand meiner Nagellacke in den letzten Monaten exponentiell gewachsen ist (...wie konnte das nur passieren?! 😋), bekam ich nun langsam aber sicher ein "kleines" Platzproblem in meinen Lackkistchen. Des Weiteren habe ich ein altes Hobby, die Schmuckbastelei, wieder ein Stück aufleben lassen und meine ganzen Kreativ-Utensilien brauchen ja nun auch ein bisschen Platz in der Hobby-Ecke.

Deshalb habe ich mich vor einiger Zeit auf die Suche nach einer praktischen und dekorativen Möglichkeit begeben, um meine Nagellacke aufzubewahren. Ein Regal schien mir die richtige Wahl, da ich so meine Lieblingslacke gleich griffbereit habe und nicht erst lange in irgendwelchen Kistchen wühlen muss.

Leider war das Ergebnis meiner Suche eher ernüchternd 😑 Entweder fand ich Regale, die optisch mal so gar nicht mein Fall waren, oder die Maße waren eher bescheiden (wenn es z. B. um größere Lacke wie die von China Glaze geht). Dann wiederrum gab es Regale, die wirklich schön, jedoch nicht bezahlbar waren. Auf Pinterest hatte ich noch Bilder gesehen, auf denen die Bilderleisten von IKEA zur Aufbewahrung von Lacken genutzt wurden. Allerdings sind mir diese Leisten persönlich zu tief, es hätten gut 2, wenn nicht sogar 3 Reihen Lacke hintereinander Platz - dann wären aber manche Fläschchen wieder verdeckt, was ich nicht wollte. Also dachte ich mir: "Pahh, do it yourself! Kriegste schon irgendwie hin...". Also legte ich mir in meinem Kopf einen Plan zurecht, wie das Ganze aussehen sollte. Ich wollte gern zwei helle Regale in der Abmessung des A2-Formates und der "Hintergrund" der Regale sollte grafisch an das Design meines Blogs angelehnt sein. Soviel erstmal dazu.

Kurz vor Silvster war dann in unserem örtlichen Baumarkt auch wieder eine 20 %-Rabattaktion. Also machte ich mich zusammen mit meinem Mann auf den Weg, um alle notwendigen Materialien für mein Projekt zu besorgen. 

Eine komplette Artikelliste mit Preisangaben zum Ausdrucken findet ihr hier (klick).

Folgende Roh- und Werkstoffe wanderten in den Einkaufswagen:

1. MDF-Platten, 2 Stück
8mm dick - diese habe ich mir vor Ort gleich auf mein Wunschmaß 59,4 x 42 cm zusägen lassen

2. dicke Bucheleisten, 4 Stück
diese bilden dann die Abstellfläche für die Lacke, ich habe Leisten in den Maßen 95 x 1 x 4 cm genommen

3. dünne Bucheleisten, 4 Stück
diese Bilden dann die Blendleisten der Abstellflächen, Maße: 95 x 0,3 x 2 cm

MDF-Platten und dicke sowie dünne Bucheleisten
4. weiße Lacklasur für die Bucheleisten (habe ich von Bondex genommen, war aber nicht der beste Griff - dazu später mehr)

5. Holzleim (ich habe mich für "Ponal - Fix & Fest" entschieden)

6. Sprühkleber - zum Aufbringen meines Plakates

7. kurze Nietstifte / Nägel - um die Bucheleisten später an der Rückwand zu fixieren

Folgende Werkzeuge habe ich noch benötigt:

1. eine Handsäge - da ich die Bucheleisten von Hand gesägt habe (könnt ihr einfacher haben...)
2. einen Hammer
3. Schleifpapier in 80er oder 120er Körnung
4. einen Pinsel für die Lasur 
5. einen Pinsel zum aufbringen des Holzleims
6. einen Exzenterschleifer (braucht ihr nicht zwangsweise - Infos dazu weiter unten)

Je nach Arbeitsplatz solltet ihr natürlich für ausreichend Schutz eurer Möbel sorgen - am besten mittels Zeitung oder noch besser Malerfolie :)

Bevor ich mit meiner Anleitung starte, möchte ich euch vorab erzählen, was ich im Nachgang anders machen würde - um Zeit und Arbeit zu sparen:

a) ich hätte mir die Bucheleisten im Baumarkt auf die richtige Größe sägen lassen. In meinem Fall hätte es mir das Zusägen von Hand erspart. Das ist nämlich nicht sooo präzise und ich musste den Sägekanten nochmal mit dem Exzenterschleifer zu Leibe rücken, um diese wieder glatt und gerade zu bekommen. Das war eigentlich der größte Aufwand und diesen könnt ihr euch sparen - also ab zu den Holzzuschnitten in eurem Baumarkt, dieser Service ist (zumindest bei uns) kostenlos 😉

b) zum Anpinseln der Bucheleisten würde ich nicht nochmal Lacklasur nehmen, sondern wahrscheinlich Acryllack - oder alles Andere, was besser deckt! Eigentlich wollte ich erreichen, dass die Holzleisten in einem schönen Weiß erstrahlen, durch welches man die Holzmaserung noch leicht erahnen kann - so wie es auch auf der Verpackung abgebildet war. Laut Hersteller wäre das mit 2-3 Anstrichen möglich. Ich habe 6 (!!) Anstriche gebraucht, damit die Holzleisten halbwegs hell bzw. weiß geworden sind 😖 Aber gut, nach viel Pinseln und Trocknungszeit zwischen den einzelnen Schichten, bin ich auch zum Ziel gekommen.

So, nun gehts aber los.


DIY-Anleitung für ein Nagellackregal

1. MDF-Platten auf das gewünschte Maß zusägen lassen
- meine Platten sind 59,4 x 42 cm groß und 8 mm dick

2. Bucheleisten auf die gewünschten Maße zusägen lassen
- meine Holzleisten sind so breit wie die MDF-Platten, also 42 cm

wer keine Arbeit hat, macht sich welche...alles von Hand gesägt 😝
3. Grobes Auflegen der Holzleisten auf der MDF-Platte, Maß nehmen
Da ich mir noch unschlüssig war, was die Abstände der einzelnen Leisten betrifft, habe ich diese erstmal grob aufgelegt. Dann habe ich meinen größten Lack (einen von China Glaze genommen) und dazwischen gelegt. Somit habe ich einen Abstand von 10 cm festgelegt.


Die kleinen "Verschnitte" meiner Bucheleisten habe ich nicht weggeworfen, sondern nutze sie als Ablage in der ersten Reihe. Somit hatte ich auch genug Platz für mein Logo auf dem Plakat. Zwei Fliegen mit einer Klappe 😊


4. Vorbereiten/ Anschleifen der Holzleisten für die Lasur
- vor dem Auftragen eurer Lasur/ eures Lackes/ eurer Farbe, die Holzleisten grob mit Schleifpapier anrauen

5. Vorbereitung der Arbeitsfläche
Legt eure Arbeitsfläche am besten mit Malerfolie aus. Ausserdem braucht ihr eine kleine Erhöhung, auf welcher ihr eure bepinselten Leisten ablegen könnt. Ich habe hierfür ein Tablett genommen. Tipp: Legt auf keinen Fall Zeitung unter die frisch lackierten Leisten, diese bleibt an der frischen Farbe kleben und ihr müsstet die mühevoll abpiepeln - so ging's mir nämlich 😁 Daher: lieber Folie verwenden.


6. Die Lasur/ den Lack ordentlich trocknen lassen, am besten über Nacht
 
7. Klebeflächen anschleifen
Damit sich der Holzleim später ordentlich mit den Holzleisten verbinden kann, ist es notwendig, die Klebeseiten der Holzleisten nochmal mit etwas Schleifpapier anzurauen.

8. Gestaltung des Regals
Ich habe mich wie gesagt dafür entschieden, das grafische Design meines Blogs auf ein A2-Plakat (einfaches Papier, nicht glossy!) drucken zu lassen und mit Sprühkleber auf den MDF-Platten anzubringen. Bei der Gestaltung sind euren Wünschen und eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Ihr könnt die Platten natürlich auch ein- oder mehrfarbig lackieren, Dekofolie verwenden was auch immer. Wichtig ist es jedoch, dann einen Kleber zu benutzen, der für das entsprechende Material geeignet ist. Da mein Plakat aus simplem Papier ist, konnte ich Holzleim verwenden. Wenn ihr z. B. nicht saugfähige Dekofolie benutzt, solltet ihr ggf. einen anderen Kleber wählen. 

9. Holzleisten aufkleben
Nun bestreicht ihr die dicken Holzleisten, welche dann die Abstellfläche für eure Lacke bilden, an einer Kante mit Holzleim. Um diesen gleichmäßig zu verteilen, habe ich einen kleinen Pinsel als Hilfsmittel benutzt. Fangt mit der Leiste an, welche an der unteren Kante angebracht werden soll und klebt diese bündig an die untere Kante eurer MDF-Platte. Kurz andrücken, warten, fertig! Der Holzleim von Ponal war hier offenbar die richtige Wahl, denn er hält nach ein paar Sekunden andrücken wirklich bombenfest, sodass nix mehr verrutscht. Sobald eine Leiste fertig war, habe ich einen Zollstock (jaaa, ich weiß, das Ding heißt Gliedermaßstab...) genommen, den Abstand von 10 cm zur nächsten Leiste markiert und eben die nächste Leiste aufgeklebt. Das hat bei mir gut geklappt und die Leisten waren auch alle gerade.

Regal mit aufgeklebtem Hintergund und Holzleisten




10. Den Holzleim gut trocknen lassen, am besten über Nacht

11. Safety First - Holzleisten mit Nägeln sichern
Nachdem der Holzleim getrocknet war, war ansich alles bombenfest, zumindest war das mein Eindruck. Allerdings wollte ich mich nicht auf die reine Klebeverbindung verlassen und habe deshalb die Holzleisten von der Rückseite der MDF-Platte aus mit Nietstiften vernagelt. Gibt doch ein Stück mehr Sicherheit.

12. Blendleisten aufkleben
Nun tragt ihr auf die vordere Kante der befestigten Holzleisten etwas Holzleim auf und klebt die kleinen dünnen Leisten bündig an, sodass eine Art Blendleiste entsteht. Ich finde das zum Einen optisch sehr schön, zum Anderen ist es auch ein kleiner "Stopper" für die Nagellacke. 

Regal mit Blendleisten von vorn
Blendleiste in der Seitenansicht
15. Löcher zur Wandbefestigung bohren
Mittels eines 5er Holzbohrers, habe ich dann in jede Platte jeweils 4 Löcher gebohrt. Achtet hierbei darauf, die Löcher nicht zu nah am Rand der Platte zu platzieren - ich habe ca. 5 cm vom oberen/ unteren und seitlichen Rand gemessen.

16. Regal an der Wand anbringen
Hierfür braucht ihr auf jeden Fall noch eine helfende Hand. Das Regal mittels Wasserwaage ausrichten, Löcher anzeichnen und bohren. Dübel und Schrauben verwendet ihr entsprechend der Beschaffenheit eurer Wände. Da unsere Wände noch massiver Altbau sind, sind diese in sich teils gewölbt und nicht ganz gerade. Ein flaches Regal würde daher nicht bündig aufliegen. Deshalb habe ich mich entschieden, das Regal mittels Abstandshaltern anzubringen. 

Abstandshalter zwischen Wand und Regal
17. Last but not least - Regal einräumen 😎

Hier seht ihr nochmal mein fertiges Ergbnis:


...endlich an der Wand!
Beide Regale in "Aktion"
Ein Regal einzig und allein für meine essie-Lacke 💖
Falls ihr mit dem Gedanken spielt, euch ein Lackregal selber zu bauen, hoffe ich, dass ich euch mit meiner Anleitung ein wenig inspirieren und vielleicht auch helfen konnte. Falls ihr Fragen habt hinterlasst einfach einen Kommentar oder schreibt mir eine E-Mail.

Ich wünsche euch viel Spaß beim werkeln!

Eure Julia 💋

Sonntag, 7. Januar 2018

"Post-Gel-Review und Vergleich" oder auch: "Wie sich meine Nägel mit UV-Lack entwickelt haben und wie ich ihn verwende."

Januar 07, 2018



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Dieser Blog-Post hat ein Update erhalten, welches ihr am Ende des Beitrages findet.
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Hallo ihr Lieben,

ich hoffe, es ist noch nicht zu spät, euch an dieser Stelle noch ein gesundes neues Jahr 2018 zu wünschen! 💖

Diejenigen von euch, die mich etwas besser kennen, wissen, dass ich am 05.12.2017 auf dem Weg zur Arbeit einen Autounfall hatte und ich seither die Konzentrationsfähigkeit eines Kleinkindes besitze. Lange Texte zu schreiben ist für meinen Kopf momentan noch ein bisschen "overload", daher war es hier in den letzten Wochen sehr ruhig. ABER: es ist Sonntag, ich kann mir Zeit nehmen und Pausen einschieben 😁 Das heutige Thema schwirrt mir auch schon ewig im Kopf rum, weshalb ich jetzt auch nicht mehr warten mag und meine Erfahrungen endlich mit euch teilen möchte.

In meinem letzten Post vom 25.11.2017, habe ich euch über meinen Austieg aus der Nagelmodellage mit Gel berichtet (meine Güte, das klingt als wäre ich aus der Mafia ausgestiegen 😅). Da ich in diesem Post noch kein wirkliches Langzeitfazit abgeben konnte, möchte ich dies heute tun. Gegliedert ist dieser Post in:

1. Wie verwende ich UV-Lack zur Naturnagelverstärkung?
2. Wie trage ich UV-Lack am besten auf, ohne Übergänge zum Naturnagel zu sehen?
3. Schädigt UV-Lack meine Nägel?
4. Bisher nicht erwähnte Vorteile 
5. Was UV-Lack NICHT kann
6. Mein endgültiges Fazit in Sachen Gel vs. UV-Lack

Vorab: ich habe meinen Weggang vom Gel vor ca. 2 Monaten zu keiner Zeit bereut - ganz im Gegenteil. Im Nachgang ärgere ich mich fast ein wenig, dass ich die Vorzüge von UV-Lacken nicht schon früher für mich genutzt habe. Allerdings habe ich mich durch die Gel-Naglerei intensiv mit Sachen wie Anatomie und Produktchemie auseinander gesetzt, was natürlich mein Wissen in dem Segment erweitert hat. 

Ferner haben sich die von den Firmen angepriesenen Vorteile von UV-Lack tatsächlich mal bestätigt, jedenfalls bei mir. Das heißt: ich habe ein Produkt vor mir, welches tatsächlich so einfach aufzutragen ist wie ein Nagellack und die Nägel stärkt. Diese Vorzüge konnte ich bereits in meinem letzten Post bestätigen. Nur wie sieht es jetzt mit der Haltbarkeit aus, vor Allem auf lange Sicht?

Auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Wobei ich fairerweise sagen muss, dass ich den UV-Lack nicht ganz so anwende, wie es empfohlen ist. Meine Intention ist es ja nicht, farbigen UV-Lack über mehrere Wochen zu tragen, sondern meinen Naturnagel zu verstärken und eine gute Basis für meine Nagellacke zu schaffen.

1. Wie verwende ich UV-Lack zur Naturnagelverstärkung? 

Um mein Ziel, nämlich eine reine Naturnagelverstärkung zu erreichen, gehe ich ein wenig anders vor, als es von den meisten Firmen beschrieben wird. Der größte Unterschied: wenn man UV-Lack "normal" anwendet, kann man ihn, sobald er rausgewachsen ist oder man eine andere Farbe tragen mag, mit dem sogenannten Remover anlösen und einfach und ohne großen Kraftaufwand vom Nagel entfernen/ abkratzen. Die Firmen empfehlen daher zur Vorbereitung zumeist, den Naturnagel nur ein wenig anzurauhen, den Staub zu entfernen und den Nagel zu entfetten, z. B. mit Cleaner. Danach kann der UV-Lack bereits aufgetragen werden - also eine Schicht Base Coat zum Schutz des NN, ein oder zwei Schichten farbiger UV-Lack und zum Abschluss noch UV-Top Coat. Der schützt den Farblack und lässt ihn schön glänzen.

Da ich aber keinen farbigen UV-Lack verwende, den normalen Nagellack obendrauf einfach mit Nagellackentferner wieder entferne und dann wieder neu lackiere, besteht für mich kein Bedarf, den UV-Base Coat mit Remover zu entfernen. Dementsprechend bereite ich meinen NN folgendermaßen vor:

1. Anrauen des NN mit einem Buffer bzw. einem feinkörnigen Fräseraufsatz
2. Entfernen des Staubes
3. Desinfektion des Nagels (damit unter dem Lack später keine Bakterien eingeschlossen werden)
4. Auftrag des Dehydrators
5. Auftrag des Primers

Danach trage ich 2-3 Schichten UV-Base Coat auf, lasse die einzelnen Schichten aushärten (die Schwitzschichten zwischendurch nicht abcleanern - das verbessert die Verbindung der einzelnen Schichten!) und nach der letzten Schicht die Schwitzschicht mit Cleaner entfernen. Das wars! 

Mit dieser Vorbereitung hat meine erste NN-Verstärung mittels UV-Lack über 5 Wochen an ALLEN Nägeln gehalten. Kein einziges Lifting - nichtmal am freien Nagel, wo ich die Versiegelung beim Kürzen der Nägel weggefeilt und NICHT neu versiegelt habe! Theoretisch hätte das Ganze auch länger gehalten. Ich habe nur deshalb alles entfernt, weil die Lackränder zur Nagelhaut hin etwas zu dick waren, trotz des Feilens ein Übergang zu sehen war und ich nochmal komplett neu starten wollte. Wie ihr schon beim Auftrag die entstehenden Übergänge unauffällig halten könnt, sobald der UV-Lack rauswächst, erzähle ich euch weiter unten.

Warum ist meine Vorgehensweise NICHT empfehlenswert, wenn man UV-Lack entsprechend vorgesehener Anwendung - also Entfernung mit Remover - nutzen mag, wenn es doch so gut hält?

Ganz einfach: wenn ihr Primer benutzt, wird eure Nagelplatte durch eine chemische Reaktion angeätzt. So entstehen auf dem Naturnagel winzig kleine Vertiefungen, durch die sich Gel oder eben auch UV-Lacke besser mit dem NN verbinden und somit eine bessere Anhaftung entsteht. Wenn ihr den UV-Lack nun mittels Remover wieder vom NN entfernen wollt, wird genau das problematisch - durch die "bombige" Anhaftung gestaltet sich das Abkratzen schwierig, ist schmerzhaft und ihr werdet mit großer Wahrscheinlichkeit euren NN schädigen! Ich habe das selbst mal an meinem kleinen Finger ausprobiert, als ich meinen ersten UV-Lackauftrag neu machen wollte - habe es aber ganz schnell sein lassen und zum Fräser gegriffen. 

Also: Dehydrator und Primer NICHT unter UV-Lacken anwenden, wenn ihr diesen mit Remover wieder entfernen wollt! Für eine längere Haltbarkeit kann man das machen, muss sich dann aber im Klaren sein, dass man alles abfeilen/ abfräsen sollte, damit der NN nicht leidet!

2. Wie trage ich UV-Lack am besten auf, ohne Übergänge zum Naturnagel zu sehen?

Wenn Gel oder auch dickere Schichten UV-Lack mit dem natürlichen Wachstum des Nagels rauswachsen, entstehen irgendwann Ränder bzw. Übergänge zwischen Naturnagel und der Verstärkung. Bei einer Gelmodellage würde man nach ca. 4 Wochen einen sogenannten Refill machen. Das heißt die Übergänge werden mittels einer Feile abgetragen sowie angeglichen und dann neues Gel aufgefüllt.

Selbst 3 Schichten UV-Base Coat sind nie im Leben so dick, wie eine Gel-Modellage. Deshalb würde sich hier das Befeilen eines Übergangs etwas schwierig gestalten. Daher sehe ich bereits beim Auftrag meines UV-Lackes mittlerweile zu, dass der Übergang zwischen Lack und Naturnagel so hauchdünn wie nur möglich ist. Das Geheimnis: die einzelnen Schichten nicht am gleichen Punkt - z. B. direkt vor der Nagelhaut - ansetzen, sondern versetzt. Dazu gehe ich wie folgt vor:

1. Ich suche mir zuerst den Stresspunkt meines Nagels. Dazu drückt ihr mit eurem Finger einfach gegen den freien Nagel, es entsteht dabei ein weiß-gelblicher Fleck. Der obere Rand in Richtung des freien Nagels ist der Stresspunkt, also die schwächte Stelle des Nagels.

Nagel ohne Belastung
Mit etwas Druck wird der Stresspunkt sichtbar
Die erste Schicht UV-Lack platziere ich ungefähr ab der Mitte des Fleckes - aushärten. Die zweite Schicht setze ich am unteren Rand des Fleckes an - aushärten. Die dritte und bei mir letzte sowie dünnste Schicht, setze ich dann kurz vor der Nagelhaut an - aushärten - fertig!

In der Seitenansicht sieht der verstärkte Nagel dann so aus (Kontraste etwas verstärkt, sodass die Linien des Nagels besser zur Geltung kommen):
 
verstärkter NN mit UV- Base Coat

Auf dem Bild sieht man die verschiedenen Ansätze der einzelnen Schichten für meine Begriffe nur, wenn man es weiß. Im Großen und Ganzen sieht man in Natura einen natürlichen Nagelverlauf, ohne dass dieser extrem dick ist. Dadurch, dass alle 3 Schichten auf dem oberen Teil der Nagelplatte "ankommen", ist vor Allem auch der Bereich gestärkt, der bei einem Fingernagel am meisten beansprucht wird - der Stresspunkt und der freie Nagel.

Die letzte Schicht verschmilzt quasi mit dem Naturnagel, sodass ein sauberer Übergang entsteht, der auch beim Rauswachsen nicht befeilt werden muss. Tadaaaa! 😉 

Zugegeben, ich habe meinen UV-Lack auf diese Art erst einmal aufgetragen, aber es hat wunderbar geklappt. Obwohl die letzte Schicht sehr dünn ist, hat sich hier nix gelöst. Das heißt, dass ich in Zukunft auch bei dieser Technik bleiben werde. Ein regelmäßiger Refill bzw. gar Abtrag erübrigt  sich somit und wäre nur fällig, wenn sich tatsächlich mal etwas liften oder abbrechen sollte - was mir bisher allerdings noch nicht passiert ist.

Wenn der UV-Lack dann ein Stück weiter rausgewachsen ist, kann die oberste Schicht dann einfach angeraut, der Staub entfernt und ein neue dünne Schicht UV-Lack ab kurz vor der Nagelhaut aufgetragen werden. Obwohl der Nagel rauswächst und sicherlich auch gekürzt wird, kann mit dieser Technik natürlich im oberen Bereich eine etwas dickere Anlagerung von Lack entstehen. Diese kann man dann aber auch minimal abtragen um eine natürliche Dicke beizubehalten. 

3. Schädigt UV-Lack meine Nägel?

Dies ist wohl eine der wichtigsten Fragen überhaupt und beantworten möchte ich sie euch gern mit einem Bild:

 

Ich finde, dass man in diesem Bild schon fast eindrucksvoll erkennen kann, wo ich aufgehört habe meine Nägel mit Gel zu verstärken 👀 Seht ihr, dass die Nagelplatte im oberen Drittel sehr hell ist? Das ist der Teil des Nagels, der bis ca. Mitte November 2017 mit UV-Gel verstärkt wurde. 

Vor Allem anhand des Mittelfingers sieht man recht deutlich, dass über der Lunula - dem "Nagelmond" -  die Nagelplatte wieder zu einem gesunden Rosa übergeht. Das ist der Teil des Nagels, der seit Mitte November mit UV-Lack überzogen war. Für meine Begriffe würde ich sagen, dass dieser Teil wesentlich gesünder wieder nachgewachsen ist. Doch woran liegts?

Diese Frage kann ich euch leider nicht wirklich beantworten. Ich habe erst gedacht, dass ein Teil auf die Kappe der mechanischen Belastung beim Gel-Abtrag geht. Allerdings habe ich den UV-Lack bereits zweimal mit einem Fräser entfernt und habe den Effekt hier nicht. Liegts am Gel, an dessen Zusammensetzung? Ich kann es wie gesagt nicht mit Bestimmtheit sagen. Was ich sagen kann ist, dass ich optisch eine klare Verbessung sehe und das bedeutet sicher erstmal nichts Schlechtes.

Ich würde jetzt auch nicht sagen, dass das Gel meine Nägel geschädigt hat, das auf keinen Fall. Als ich die komplette Altmodellage abgetragen habe, waren meine Nägel jetzt nicht sonderlich mitgenommen, haben sich also recht gut angefühlt. Es ist hier also allein der optische Faktor, der mich dazu bringt zu sagen: UV-Lack scheint MEINEN Nägeln besser zu bekommen.

4. Bisher nicht erwähnte Vorteile 

Dies sind die hauptsächlich bekannten Vorteile von UV-Lack:

- einfacher Auftrag
- schnelle Aushärtungszeit
- lange Haltbarkeit

Das sind die Annehmlichkeiten, die alle Hersteller versprechen und die kann ich an dieser Stelle nur nochmal bestätigen. Jetzt sind mir in den letzten 2 Monaten der Nutzung aber auch noch weitere Vorteile aufgefallen, die ich so bisher noch nirgendwo bewusst gelesen habe - alles im Vergleich zum Gel:

Nummer 1 - Versiegelung offenbar nicht nötig

Eine Gelmodellage muss immer ordentlich versiegelt und am freien Nagel ummantelt sein, damit sich keine Liftings bilden oder das Gel abplatzt. Dies ist bei der Verwendung von UV-Lack irgendwie nicht der Fall. Das habe ich allerdings erst durch einen Zufall mitbekommen. Als ich das erste Mal UV-Lack genutzt habe, habe ich, weil ich es vom Gel gewohnt war, den freien Nagel schön ummantelt. Eine Woche später habe ich meine Nägel gekürzt und schlichtweg vergessen, das Ganze wieder zu versiegeln. "Ach, drauf gepfiffen, wenns wegfliegt machstes halt neu..." dachte ich mir und habe alles so gelassen. Und wisst ihr was passiert ist? Genau! Rein GAR NICHTS ist passiert! Es kam weder zu Liftings, noch ist mir der UV-Lack abgesplittert. Seither habe ich beim Kürzen der Nägel nie wieder versiegelt und es macht dem UV-Lack überhaupt nichts aus.

Nummer 2 - Nachfeilen bzw. Nachbearbeiten möglich

Aus Vorteil Nummer 1 leitet sich quasi Vorteil Nummer 2 ab. Bei einer Gelmodellage müssen Unebenheiten im Aufbau, zu dicke Ränder etc... mit der Feile ausgeglichen werden, bevor man abschließend versiegelt. Ist die Gelmodellage einmal versiegelt, ist ein Nachbearbeiten eher ungünstig, da eine beschädigte Versieglung die Haltbarkeit extrem beeinflusst (Liftings, Abplatzen etc...). Mädels, die das erste Mal aus einem Nagelstudio kommen und danach nochmal selber die Feile anlegen, wundern sich, warum das Ganze dann nach ein paar Tagen doof aussieht und sich z. B. Fusseln zwischen Naturnagel und Gel sammeln. Daran liegts! Die schützende Versiegelung ist weg.

Bei UV-Lack stört ein Nachbearbeiten hingegen gar nicht. Das ist mir ganz besonders bei meiner ersten UV-Lackanwendung aufgefallen. Der Lack war im Gegensatz zum Gel seeehr dünn und ist mir in nicht unbeachtlicher Menge in die Nagelfalz gelaufen. Klar, das Gröbste hab ich vor dem Aushärten entfernt, aber trotzdem gab es noch Stellen, die ich nach dem Finish nochmal feilen musste. Das hatte jedoch keinerlei negative Auswirkungen, auch nach Wochen nicht. Finde ich mehr als gut!

Nummer 3 - Offenbar nicht so sensibel was Aceton betrifft

Wie gesagt, ich nutze den UV-Lack zur Verstärkung meines NN und als Basis zum austoben mit meinen mittlerweile über 200 Nagellacken 😁 Der Vorteil von Nagellack: er lässt sich - wenn es nicht gerade der teuflischste Nagellack mit dicken Glitzerpartikeln ist - ganz fix wieder mit Nagellackentferner verbannen. Mein Liebling unter den Nagellackentfernern ist der "p2 EXTRA STRONG nail polish remover"


Laut Hersteller ist er auch dazu geeignet, Shellac, also UV-Lack, zu entfernen. Dementsprechend enhält er Aceton als Lösungsmittel. Bei Gel-Nägeln soll man eigentlich acetonfreien Nagellackentferner benutzen, weil sonst das Gel leidet. Ich habe den Entferner aber schon immer genutzt, also auch zu meiner Gel-Nägel-Zeit. Wenn ich den Nagellack entfernt hatte, war die oberste Gelschicht tatsächlich etwas angeweicht, so ein bisschen wie ein Gummiüberzug, aber das hat mich nie gestört.

Beim UV-Lack hingegen konnte ich bisher kein Anlösen bzw. Aufweichen der oberen Schicht feststellen, da blieb alles bombenfest! Um UV-Lack mit Remover zu entfernen, wird ohnehin empfohlen, die oberste Schicht mit einem Buffer anzurauen, sodass der Remover in die UV-Lackschichten eindringen kann. Der Remover muss dann ungefähr 10 - 15 min. einwirken (also mit Pads oder Caps), damit sich die Wirkung entfaltet. Wenn er nicht angeraut wird, passiert beim normalen Nagellack entfernen aber GAR NICHTS, was ich als sehr positiv empfinde. 

Nummer 4 - Insgesamt kostengünstiger

Gut, Punkt Nummer 4 liegt ja (eigentlich) auf der Hand, aber ich möchte ihn trotzdem nochmal etwas detaillierter aufführen. Wenn man nämlich beachtet, was man an Geld investieren muss um schöne Gelnägel zu haben und dem mal die Kosten für UV-Lackanwendungen gegenüberstellt, wird man ganz schnell ein paar Unterschiede sehen.

Diese Dinge benötigt ihr grundsätzlich für Beides:

- ein Lichthärtungsgerät, ab 19 € - nach oben fast keine Grenze 😋
- Cleaner, ca. 3 €
- einen Buffer, ca. 1 €
- Zelletten, ca. 3 €
- einen Staubpinsel, ca. 4 €

in Summe: 30 €

Für die Arbeit mit UV-Lack benötigt ihr noch:

- UV-Lack, guten gibt es ab ca. 6 €
- und optional Dehydrator (4 €) und Primer (4 €), wenn ihr den Lack verwenden möchtet, wie ich es tue

sonst nix!

in Summe: 36 € bzw. 44 €

Für die Arbeit mit UV-Gel braucht ihr noch:

- 3 verschiedene Gele - nämlich für Grundierung, Aufbau und Versiegelung, 3 kleine 5ml Tiegel kosten dann ca. 15 €. 

Es gibt zwar auch 3-in-1 Gele, aber meiner Erfahrung nach sind die nicht wirklich pralle, weshalb ich klar sage: man braucht 3 verschiedene Gele.

- Dehydrator und Primer, 8 €
- wenigstens 1-2 Pinsel, ca. 10 €
- Pinselreiniger, ca. 4 €
- eine grobe Feile um den Aufbau in Form zu feilen, ca. 2 € 

in Summe: 69 €

Okay, auf den ersten Blick kein riesiger Unterschied, aber auf Dauer macht es sich bemerkbar, vor Allem wenn man mit guten Gelen arbeiten will. Richtig kniffelig und preisintensiv wird es, wenn man spezielle Gele braucht, z. B. bei Problemnägeln. Und zwei Sachen braucht man beim Arbeiten mit Gel noch, die materiell nicht anzubilden sind: Zeit und Know-How. Stöbert mal durch diverse Verkaufsportale und schaut mal, warum soviele Mädels ihre Gel-Startersets wieder verkaufen. Da werdet ihr zu 90 % den Grund "Ich habe leider keine Zeit dafür" finden.

Die Arbeit mit UV-Lack geht schnell und man braucht keine bestimmten Vorkenntnisse was die Technik und Produktchemie betrifft. Daher ist UV-Lack für Einsteiger auch super geeignet. 

5. Was UV-Lack NICHT kann  

So, bei all den Lobeshymnen, die ich nun auf UV-Lack gesungen haben, drängt sich natürlich die Frage auf, was dieser kleine Superheld nicht kann und wozu doch noch Gel- oder Acrylmodellagen notwendig sind. Dazu zwei Worte "künstliche Nagelverlängerung". Das ist nämlich genau das, wozu ein UV-Lack nicht gemacht ist.

Ja, UV-Lack kann und wird euren Naturnagel über kurz oder lang stärken und somit dazu beitragen, dass ihr irgendwann z. B. eine hübsche Nagellänge vorweisen könnt und eure Nägel nicht mehr permanent einreißen. Wer aber kurze Nägel hat (egal ob Knubberheini oder weil sie aus beruflichen Gründen kurz sein müssen) und diese schnell verlängern will, z. B. für eine Feier, der muss zur künstlichen Nagelverlängerung mittels Gel oder Acryl greifen. Wer ausgefallene lange Formen wie z. B. Stiletto-Nägel mag, wird ebenfalls nicht an Gel oder Acryl vorbeikommen. Für eine einmalige Sache und auch wenn ihr keine Zeit und Muße für DIY-Nagelverlängerung habt, würde ich ohnehin den Gang in ein professionelles Nagelstudio empfehlen.

Selbst wenn es theoretisch vielleicht möglich sein sollte, den Naturnagel mittels Schablone und UV-Lack zu verlängern, bezweifle ich stark, dass dies zu einem haltbaren und vor Allem STABILEN Ergebnis führt. UV-Lack ist viel flexibler und die reine Verlängerung würde wahrscheinlich irgendwann vor sich hinwabbeln. Deshalb: Naturnagelverstärkung mit UV-Lack: ja, Naturnagelverlängerung mit UV-Lack: nein.

That's it!

6. Mein endgültiges Fazit in Sachen Gel vs. UV-Lack

Nun, mein endgültiges Fazit ist ja an dieser Stelle auch keine Raketenwissenschaft mehr 😁

Ich möchte einen schönen, gestärkten Naturnagel, der in seiner Form und Optik so natürlich wie möglich daherkommt. Ausserdem möchte ich dafür wenig Zeit und Material investieren und es soll ohne großen Aufwand lange halten. Genau in diesen Eigenschaften punktet der UV-Lack bei mir auf ganzer Linie, weshalb ich in Zukunft komplett auf Gel verzichten kann.

Die gewonnene Zeit kann ich dann in schöne Nagellackspielerein investieren 😉 

Ich hoffe, dass ich euch hiermit einen wissenswerten Beitrag abliefern konnte und danke euch für's Lesen.

Bis bald - Eure Julia 💋

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Update 08/2018:

ich nutze UV-Lack nach wie vor als Base für meine Nagellacke. Allerdings verzichte ich nun schon seit längerer Zeit auf die Benutzung von Primer und Dehydrator. Rausgewachsenen UV-Lack, den ich nicht neu "überziehen" möchte, entferne ich mit Shellack-Remover und Remover-Caps. Warum? Zum einen weil mir die mechanische Belastung des Feilens einfach auf Dauer ein zu großer Dorn im Auge war und zum Anderen, weil es herrlich unkompliziert ist. Wenn ich dann komplett neu UV-lackiere, raue ich meinen Naturnagel, wenn überhaupt, nur ganz minimal an und trage dann den UV-Lack auf. Der Verzicht auf Primer und Dehydrator wurde mir von meinen Naturnägeln jedenfalls sehr gedankt!

Außerdem benutze ich zum entfernen des normalen Nagellacks über der UV-Base mittlerweile nur noch acetonfreien Nagellackentferner, da der UV-Lack dadurch doch etwas länger halt.

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