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Montag, 26. März 2018

PinselRausch Creations - Mit einem Herz für Nagellacke handgefertigter Modeschmuck

März 26, 2018

Hallo ihr Lieben,

lange lange ist es jetzt schon wieder her, dass ich hab von mir hören lassen. Auch auf meinem Instagram-Profil ist es in den letzten knapp drei Wochen sehr ruhig. Manch einer mag sich fragen: "Was ist da los? Hat sie keine Lust mehr?"

Ich kann euch erstmal beruhigen - ich lebe noch 😋 Und die Lust am Lackieren hat mich auch nicht verlassen. Allerdings habe ich mich seit Anfang 2018 einem echten Herzensprojekt gewidmet und in den letzten Wochen stand dann quasi die heiße Phase an. Diejenigen von euch, die mich privat kennen, wissen worum es geht - für alle Anderen möchte ich jetzt endlich die Katze aus dem Sack lassen:

Ich habe am 06. März 2018 mein kleines Nebengewerbe angemeldet und bin seit Wochen scharf am rotieren, um alles auf den richtigen Weg zu bringen. Das ist also der Grund für meine glänzende Abwesenheit aus Instagram und Co. Wenn ich was mache, möchte ich es einfach richtig machen, vor Allem wenn soviel Herzblut und Freude drinne steckt wie in diesem Fall. Aber stop - worum geht es denn eigentlich?! Hier des Rätsels Lösung:

Bereits vor vielen vielen Jahren - ich glaube irgendwann in 2008 - habe ich damit angefangen, Modeschmuck mit Cabochons und Bildchen für mich privat und als Geschenke zu basteln. Ansich hat mir das Ganze echt Spaß gemacht. Doch wie so oft im Leben, verbringt man seine Zeit lieber mit Pflichterfüllung, als mit den Dingen die einen wirklich glücklich machen - was echt ziemlich bescheuert ist! Deshalb ist die Schmuckbastelei aufgrund von Zeitmangel leider irgendwie eingeschlafen. Lange fristeten meine ungenutzten Schmuckrohlinge ein trauriges Dasein in Kisten - ja, ich habe oft daran gedacht, aber den Gedanken dann schnell wieder verworfen, weil man ja "ach soviele andere Dinge zu hat".

Doch dann kam der Tag X, genauer gesagt der 05. Dezember 2017. An diesem Tag hatte ich auf dem Weg zur Arbeit einen Autounfall, der nicht nur körperliche Blessuren nach sich gezogen, sondern mir auch nervlich Einiges abverlangt hat. Es war einer dieser Momente im Leben, in denen man alles überdenkt. Sein Tun und Handeln und vor Allem den Sinn dahinter reflektiert. Mein lieber Ehemann hat es mal recht drastisch formuliert: "Wenn bei dem Unfall das Schlimmste passiert wäre, würde eher Workaholic auf deinem Grabstein stehen..." Auweh - so hart wie diese Worte waren, so ehrlich und treffend waren sie aber auch. Ich habe mich also fortan meiner absoluten Genesung gewidmet und habe vor Allem angefangen Dinge zu tun, die ich schon lange mal tun wollte. Dinge die mich eben glücklich machen.

Natürlich war das Thema Nageldesign seit längerer Zeit mein Hobby und die Ergebnisse habe ich immer gern über Instagram geteilt. Doch leider blieb mir auch dafür zu wenig Zeit, als dass es ein echter Ausgleich hätte sein können. Irgendwie wollte ich "was machen" - etwas was bleibt und zwar nicht nur auf Bildern, wenn der Nagellackentferner es schon lange wieder weggewischt hat.

Das war der Moment, in dem mir meine eingemotteten Schmuckkistchen wieder in den Sinn kamen. Aufgrund einer Inspiration auf YouTube, habe ich diese Kisten Anfang 2018 dann endlich aus der Versenkung geholt. In der einen Hand Schmuckrohlinge, in den Regalen hinter mir über 200 Nagellacke - dass dies eine gute Kombination ist, sollte sich in den folgenden Wochen beweisen.

Die Idee, Modeschmuck und Nagellack zu verbinden ist nicht neu, das weiß ich und ich kann mich leider nicht mit einer einzigartigen Idee rühmen - wie zum Beispiel der Typ, der die Poolnudel erfunden hat 😁 Aber: auch beim Schmuckbasteln mit Nagellack gibt es unendlich viele Möglichkeiten, egal ob es um Form, Farbe oder Technik geht. Also habe ich, wie bei meinen Nägeln damals auch, einfach angefangen drauf loszupinseln. Schnell stellte ich zwei Dinge fest:

1. Die Ergebnisse haben mir selber gefallen - sehr gut sogar!
2. Das Basteln entspannt mich.

Da war er also, dieser Ausgleich, dieses "etwas tun", was einen glücklich und zufrieden macht. Prinzipiell könnte man sagen, dass das Schmuckbasteln in den ersten Wochen fast eine Art Ergotherapie für mich war. Irgendwann kamen Fragen auf wie: "Was machst du damit?", "Soll das weitergehen?", "Wenn ja, wie?" Die Entscheidung war relativ schnell getroffen, als ich immer mehr positive Resonanzen aus meinem näheren Umfeld zu meinen kleinen Schmuckstücken bekommen habe. Ausserdem hatte ich zwischenzeitlich soviele Stücke fertig, dass die Sammlung definitiv über den "Eigenbedarf" hinausgeht - obwohl ich jedes einzelne Stück echt toll finde und auch selber tragen würde 😊 Also habe ich mich entschlossen, meine fertigen Werke zum Verkauf anbieten zu wollen.

Wir haben hier also den klassischen Fall von "Do what makes you happy!" 💓

Wo wir auch gleich beim nächsten Punkt wären: es ist mein Hobby, mein Ausgleich und macht mich glücklich. Es soll keine unliebsame Pflicht beziehungsweise ein Geldbaum sein oder werden. Deshalb habe ich mir auf die Fahnen geschrieben, meinen Schmuck zu (wirklich) fairen Preisen anzubieten - die aktuelle Preispolitik bewegt sich bei unter 10 €. Ich möchte einfach, dass wenn Jemand ein Schmuckstück von mir sieht und es ihr/ ihm gefällt, sie/ er es kaufen kann ohne dabei arm zu werden. Viel wichtiger ist mir, dass ich die Freude, die ich beim Schaffensprozess hatte und die positive Grundstimmung die hinter meinem Tun steht, weitergeben kann. Wenn sich dann noch Jemand an einem meiner kleinen Schmuckunikate erfreuen kann, ist das (fast) schon Lohn genug - okay...ist kapitalistisch gesehen sicher der falsche Ansatz, aber das ist mir ziemlich egal 😉 Zumal es eben auch Modeschmuck ist, da sollte man doch die Kirche im Dorf lassen.

Und wie ist der aktuelle Sachstand beziehungsweise wie geht es weiter?

Aktuell warte ich eigentlich nur noch auf die Zuteilung der Steuernummer. Alle anderen Arbeiten sind so gut wie abgeschlossen. Sobald ich also endlich mal Post vom Finanzamt bekomme, werde ich meinen DaWana-Shop eröffnen. Oh mein Gott, wie ich mich auf diesen Tag freue 😍

Bis es soweit ist, könnt ihr euch aber gern schonmal einen Überblick über meine aktuellen Werke verschaffen - im Menü findet ihr unter dem Punkt "Schmuck" nochmal allgemeine Infos, sowie die Untergliederung der aktuell verfügbaren Schmuckstücke. Ich wünsche euch viel Spaß beim Stöbern und freue mich auch sehr über Feedback und Anregungen.

Eure Julia 💋


Montag, 5. Februar 2018

Drei UV-Coats im Vergleich [Review]

Februar 05, 2018


Hallo ihr Lieben,

in meinem vorletzten Blogeintrag habe ich euch viele allgemeine Dinge zum Thema UV-Lack erzählt und warum er mein kleiner Liebling ist, wenn es um Naturnagelverstärkung geht. Seit Mitte November 2017, haben es nunmehr drei verschiedene UV-Coats auf meine Fingernägel geschafft. Mit einer entsprechenden Tragedauer, konnte ich die Drei auf Herz und Nieren prüfen und möchte sie euch nun vorstellen und bewerten. Alles aus dem Blickwinkel der Zweckentfremdung für eine reine Naturnagelverstärkung.

In den "Ring" ziehen:

1. der "Carbon Dual-Coat" von German Dream Nails
2. der "Carbon Colors Base-Coat" von Jolifin
und
3. der "BASE COAT extra strong" von lilaque

Eine Sache vorweg: unter den 3 Produkten gibt es keinen absoluten Verlierer, da mich in ihrer Funktion alle Drei überzeugen konnten. Allerdings hat sich für mich dann doch ein klarer Favorit herauskristallisiert 😉

Meine Bewertungskriterien sind die Folgenden:

1. Konsistenz
2. Auftrag / Pinselchen / Handhabung
3. Aushärtungszeit
4. Haltbarkeit
5. Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Bewertung erfolgt im Schulnotensystem, also von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend). Ein paar Vergleichsbilder findet ihr am Ende der Review.

Los geht's mit dem

Jolifin "Carbon-Colors Base Coat"

1. In puncto Konsistenz liegt der Jolifin CC Base Coat im Mittelfeld der drei Lacke. Er ist weder extrem flüssig noch mega klebrig. Er hat einen schönen Honigeffekt und zieht sich auch bei einem dickeren Auftrag vor dem Aushärten schön selbst glatt. Jedoch sollte man mit ihm zügig arbeiten, denn wenn man zu lange mit dem Aushärten wartet, marschiert der Jolifin Coat dann doch irgendwann in die Nagelfalz. Deshalb bei der Anwendung dieses UV-Lackes lieber nicht bummeln, oder 2-3 Nägel aushärten und dann mit den restlichen Nägeln fortfahren.

2. Das Pinselchen der alten Jolifin UV-Coat Generation (das sind die 14 ml Fläschchen) habe ich als wirklich gut empfunden. Es war weder zu dünn noch zu breit und ein Auftrag war ohne große Mühen möglich. ABER - irgendwie kam Jolifin dann auf die tolle Idee, die Produktverpackung zu ändern. Seit einiger Zeit gibt es den UV-Base Coat in einem 11 ml Fläschchen und der Pinsel ist nun ganz anders und irgendwie gar nicht mehr so toll. Er ist für meinen Geschmack viel zu breit und bauschig, um damit präzise arbeiten zu können. Sobald man das Pinselchen aus der Flasche holt, blobbt einem förmlich ein dicker Pfropfen entgegen. Ausserdem hat sich der Schraubverschluss geändert. Der alte Verschluss war länglich, recht schmal und lag gut in der Hand. Der neue Verschluss ist sehr kurz und breit, was ich als weniger komfortabel empfinde.

oben: neuer Pinsel - unten: alter Pinsel
3. Die Aushärtungszeit unter der LED-Lampe beträgt 60 Sekunden.

4. Was die Haltbarkeit betrifft, kann der Jolifin Coat gut mithalten. Ich habe ihn knapp zwei Wochen getragen, ohne dass es großflächige Liftings gab. Erst nach einem etwas größeren Hausputz, haben am freien Nagel hier und da ein paar Ecken gefehlt, weshalb er dann nach 14 Tagen runter durfte.

5. Eine 11 ml Flasche kostet 5,90 €, 1 ml dementsprechend rund 0,54 €. Mit seinem Preis ist er doch sehr erschwinglich und liegt nah am Carbon Dual-Coat von GDN. Der UV-Coat tut was er soll und ich empfinde die Preis-Leistung als sehr akzeptabel.

GDN - "Carbon Dual-Coat"

1. Puhhhh, in Sachen Konsistenz ist der Carbon Dual-Coat von GDN inzwischen mein Stiefkind geworden. Er ist mir einfach viel zu flüssig. Man muss ihn wirklich extrem sparsam auftragen und sehr aufpassen, dass nix in die Nagelfalz läuft. Ein dicker Auftrag ist somit nicht wirklich möglich. Das bedeutet, dass man zum Zwecke der Verstärkung mindestens 4 dünne Schichten auftragen muss. Den Daumen sollte man unbedingt einzeln aushärten, da ein schönes Ergebnis sonst nicht gewährleistet ist.

2. Die flüssige Konsistenz wirkt sich natürlich auch auf den Auftrag aus. Was man dem "kleinen Schwarzen" allerdings zu Gute halten muss, ist sein Pinselchen. Zwar ist der Verschluss etwas kurz und liegt aufgrund der eckigen Form nicht ganz so gut in der Hand, aber mit dem flachen und nicht allzu breiten Pinsel ist ein schöner präziser Auftrag möglich. 

3. Unter der LED-Lampe beträgt die Aushärtungszeit 60 Sekunden.

4. Was die Haltbarkeit betrifft, macht der GDN Dual-Coat alles wieder wett, was er in Sachen Konsistenz eingebüßt hat. Denn er hält wirklich gut! Ich habe ihn knapp 3 Wochen getragen, bevor ich ihn entfernt habe. Da es im Prinzip keine großen Schäden am Lack gab - nur ein kleiner Patzer am Daumen - hätte ich ihn nicht entfernen MÜSSEN. Ich wollte aber gern nochmal von Vorn starten, da mir der Übergang zwischen Naturnagel und UV-Lack zu sehr zu sehen war und ich diesen leider auch nicht sauber feilen/ blenden konnte. Das ging allerdings auf die Kappe meiner unausgereiften Technik und hatte mit dem Lack nichts zu tun 😉

5. Preislich steht der Dual Coat ebenfalls gut da. Eine 12 ml Flasche schlägt mit gerade mal 5,90 € zu Buche, was also rund 0,49 € für 1 ml entspricht. Er liegt somit in einem ähnlichen Preissegment wie der Jolifin Top-Coat.

lilaque - "BASE COAT extra strong"

1. Was die Konsistenz betrifft, ist der lilaque Base Coat unschlagbar! Er ist nicht zu dünn, sodass nix in die Nagelfalz läuft - auch in Schräglage beim Aushärten des Daumennagels nicht - und auch nicht zu dick. Ausserdem hat er einen tollen Honigeffekt, der die Oberfläche von alleine schön glatt zieht. 2-3 Schichten reichen bei mir aus, um meine Nägel ordentlich zu stabilisieren. Durch seine Konsistenz ist es problemlos möglich, alle Nägel zu lackieren und gemeinsam auszuhärten, da nichts unerwünscht verläuft.

2. Der Auftrag ist mit dem kleinen schwarzen Helden eine wahre Freude. Der Schraubverschluss, an welchem der Pinsel befestigt ist, ist im Gegensatz zu den anderen Verschlüssen schön lang und schmal. Der Pinsel liegt beim Auftrag also wunderbar in der Hand. Das Pinselchen selbst ist für meinen Geschmack optimal. Eine angenehme Breite, sodass der Nagel mit 3 Zügen bedeckt ist, aber auch nich zu breit, sodass ein präzises Arbeiten an Nagelhaut und Nagelfalz möglich ist. Ausserdem ist er nicht zu "buschig" und schön flach, weshalb bei der Entnahme aus der Flasche eine gute Menge UV-Lack aufgenommen wird.

3. Die Aushärtungszeit beträgt unter der UV-Lampe schlappe 20 Sekunden! Da man alle Nägel zusammen aushärten kann, ist der Base Coat von lilaque quasi der Speedy Gonzales unter den UV-Lacken, was die Bearbeitungszeit betrifft.

4. In puncto Haltbarkeit hat mich der lilque Base Coat bisher nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil. Ihn trage ich von allen Lacken bisher am längsten. Es sind keine Liftings entstanden und am freien Nagel ist nichts abgesplittert. Er hat diverse Hausputze und den ein oder anderen derben Stoß unbeschadet überstanden. Das alles, obwohl er doch sehr flexibel ist - oder vielleicht gerade deswegen?! Wie auch immer, er hält bei mir bombenfest!

5. Preislich gesehen ist der Base Coat extra Strong von lilaque wahrlich KEIN Schnäppchen. Eine 8,5 ml Flasche kostet stolze 14,90 €. 1 ml entspricht somit 1,75 €, also etwas mehr als das 3-fache seiner Mitbewerber.

 Fazit

Hier zunächst mein Vergleich in Schulnoten abgebildet:


Wie ich eingangs erwähnt habe, gibt es in meinem Vergleich keinen "bösen" Verlierer. Alle UV-Coats tun in meiner Zweckentfremdnung was sie sollen. Allerdings geht der lilaque BASE COAT extra strong als mein absoluter Favorit aus meinen ganzen Tests hervor.

Ja, er ist relativ teuer und nach der Frage "Ist er das Wert?" sage ich ganz klar "JA!". "Wer für Kieselsteine bezahlt, kann keine Diamanten erwarten." heißt es ja so schön und das trifft auch auf Nagelprodukte zu. In allen Bewertungskriterien ist der lilaque Base Coat für mich zum Goldstandard geworden. Da bin ich gern bereit, tiefer in die Tasche zu greifen. Schließlich erspart mir seine Anwendung einiges an Zeit und ich muss den Auftrag nur ganz selten erneuern. Dementsprechend weniger wird der Base Coat benutzt, sodass man vergleichsweise länger mit ihm hinkommt.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass man unter einem Farbnagellack - egal ob UV-Lack oder normaler Lack - ohnehin immer einen Base Coat auftragen sollte um den Naturnagel z. B. vor Verfärbungen zu schützen. Auch hier sind UV-Base Coats sehr empfehlenswert. Diese sind ja beim Ablackieren nicht betroffen und man bekommt somit eine permanente Base vor dem Lackieren. Wer einen UV-Lack als dünne Base vor dem Lackieren nutzen mag, also eher nur eine Schicht aufträgt, sollte dann natürlich zu acetonfreien Nagellackentferner greifen, damit der UV-Coat nicht angegriffen wird. Ich selber benutze ziemlichen "scharfen" Nagellackentferner und meinem Base Coat hat es bisher noch nicht geschadet. Bei einer lieben Freundin hingegen hat sich der komplette UV-Base Coat gelöst, nachdem sie mit acetonhaltigen Entferner ablackiert hat. Also geht lieber auf Nummer sicher und verwendet einen "milden" Nagellackentferner, dann habt ihr mit euer UV-Base sicher lange Freude.

Hier zeige ich euch nun noch ein paar Vergleichsbilder meiner UV-Coats:


Alle Drei mal "ausgepackt"

Pinselvergleich - in der Mitte noch der "gute" Pinsel der alten Jolifin Generation.
Die Länge der einzelnen Handstücke ist hier gut zu erkennen.


Ich hoffe, dass mein heutiger Beitrag für euch da draussen informativ und hilfreich war. Bei Fragen oder Anregungen nutzt einfach die Kommentarfunktion oder schreibt mir eine E-Mail. Habt eine schöne Woche 😊

Eure Julia 💋

Dienstag, 16. Januar 2018

DIY-Anleitung - So habe ich mir meine Nagellackregale selber gebaut

Januar 16, 2018



Hallo ihr Lieben 💗

Da der Bestand meiner Nagellacke in den letzten Monaten exponentiell gewachsen ist (...wie konnte das nur passieren?! 😋), bekam ich nun langsam aber sicher ein "kleines" Platzproblem in meinen Lackkistchen. Des Weiteren habe ich ein altes Hobby, die Schmuckbastelei, wieder ein Stück aufleben lassen und meine ganzen Kreativ-Utensilien brauchen ja nun auch ein bisschen Platz in der Hobby-Ecke.

Deshalb habe ich mich vor einiger Zeit auf die Suche nach einer praktischen und dekorativen Möglichkeit begeben, um meine Nagellacke aufzubewahren. Ein Regal schien mir die richtige Wahl, da ich so meine Lieblingslacke gleich griffbereit habe und nicht erst lange in irgendwelchen Kistchen wühlen muss.

Leider war das Ergebnis meiner Suche eher ernüchternd 😑 Entweder fand ich Regale, die optisch mal so gar nicht mein Fall waren, oder die Maße waren eher bescheiden (wenn es z. B. um größere Lacke wie die von China Glaze geht). Dann wiederrum gab es Regale, die wirklich schön, jedoch nicht bezahlbar waren. Auf Pinterest hatte ich noch Bilder gesehen, auf denen die Bilderleisten von IKEA zur Aufbewahrung von Lacken genutzt wurden. Allerdings sind mir diese Leisten persönlich zu tief, es hätten gut 2, wenn nicht sogar 3 Reihen Lacke hintereinander Platz - dann wären aber manche Fläschchen wieder verdeckt, was ich nicht wollte. Also dachte ich mir: "Pahh, do it yourself! Kriegste schon irgendwie hin...". Also legte ich mir in meinem Kopf einen Plan zurecht, wie das Ganze aussehen sollte. Ich wollte gern zwei helle Regale in der Abmessung des A2-Formates und der "Hintergrund" der Regale sollte grafisch an das Design meines Blogs angelehnt sein. Soviel erstmal dazu.

Kurz vor Silvster war dann in unserem örtlichen Baumarkt auch wieder eine 20 %-Rabattaktion. Also machte ich mich zusammen mit meinem Mann auf den Weg, um alle notwendigen Materialien für mein Projekt zu besorgen. 

Eine komplette Artikelliste mit Preisangaben zum Ausdrucken findet ihr hier (klick).

Folgende Roh- und Werkstoffe wanderten in den Einkaufswagen:

1. MDF-Platten, 2 Stück
8mm dick - diese habe ich mir vor Ort gleich auf mein Wunschmaß 59,4 x 42 cm zusägen lassen

2. dicke Bucheleisten, 4 Stück
diese bilden dann die Abstellfläche für die Lacke, ich habe Leisten in den Maßen 95 x 1 x 4 cm genommen

3. dünne Bucheleisten, 4 Stück
diese Bilden dann die Blendleisten der Abstellflächen, Maße: 95 x 0,3 x 2 cm

MDF-Platten und dicke sowie dünne Bucheleisten
4. weiße Lacklasur für die Bucheleisten (habe ich von Bondex genommen, war aber nicht der beste Griff - dazu später mehr)

5. Holzleim (ich habe mich für "Ponal - Fix & Fest" entschieden)

6. Sprühkleber - zum Aufbringen meines Plakates

7. kurze Nietstifte / Nägel - um die Bucheleisten später an der Rückwand zu fixieren

Folgende Werkzeuge habe ich noch benötigt:

1. eine Handsäge - da ich die Bucheleisten von Hand gesägt habe (könnt ihr einfacher haben...)
2. einen Hammer
3. Schleifpapier in 80er oder 120er Körnung
4. einen Pinsel für die Lasur 
5. einen Pinsel zum aufbringen des Holzleims
6. einen Exzenterschleifer (braucht ihr nicht zwangsweise - Infos dazu weiter unten)

Je nach Arbeitsplatz solltet ihr natürlich für ausreichend Schutz eurer Möbel sorgen - am besten mittels Zeitung oder noch besser Malerfolie :)

Bevor ich mit meiner Anleitung starte, möchte ich euch vorab erzählen, was ich im Nachgang anders machen würde - um Zeit und Arbeit zu sparen:

a) ich hätte mir die Bucheleisten im Baumarkt auf die richtige Größe sägen lassen. In meinem Fall hätte es mir das Zusägen von Hand erspart. Das ist nämlich nicht sooo präzise und ich musste den Sägekanten nochmal mit dem Exzenterschleifer zu Leibe rücken, um diese wieder glatt und gerade zu bekommen. Das war eigentlich der größte Aufwand und diesen könnt ihr euch sparen - also ab zu den Holzzuschnitten in eurem Baumarkt, dieser Service ist (zumindest bei uns) kostenlos 😉

b) zum Anpinseln der Bucheleisten würde ich nicht nochmal Lacklasur nehmen, sondern wahrscheinlich Acryllack - oder alles Andere, was besser deckt! Eigentlich wollte ich erreichen, dass die Holzleisten in einem schönen Weiß erstrahlen, durch welches man die Holzmaserung noch leicht erahnen kann - so wie es auch auf der Verpackung abgebildet war. Laut Hersteller wäre das mit 2-3 Anstrichen möglich. Ich habe 6 (!!) Anstriche gebraucht, damit die Holzleisten halbwegs hell bzw. weiß geworden sind 😖 Aber gut, nach viel Pinseln und Trocknungszeit zwischen den einzelnen Schichten, bin ich auch zum Ziel gekommen.

So, nun gehts aber los.


DIY-Anleitung für ein Nagellackregal

1. MDF-Platten auf das gewünschte Maß zusägen lassen
- meine Platten sind 59,4 x 42 cm groß und 8 mm dick

2. Bucheleisten auf die gewünschten Maße zusägen lassen
- meine Holzleisten sind so breit wie die MDF-Platten, also 42 cm

wer keine Arbeit hat, macht sich welche...alles von Hand gesägt 😝
3. Grobes Auflegen der Holzleisten auf der MDF-Platte, Maß nehmen
Da ich mir noch unschlüssig war, was die Abstände der einzelnen Leisten betrifft, habe ich diese erstmal grob aufgelegt. Dann habe ich meinen größten Lack (einen von China Glaze genommen) und dazwischen gelegt. Somit habe ich einen Abstand von 10 cm festgelegt.


Die kleinen "Verschnitte" meiner Bucheleisten habe ich nicht weggeworfen, sondern nutze sie als Ablage in der ersten Reihe. Somit hatte ich auch genug Platz für mein Logo auf dem Plakat. Zwei Fliegen mit einer Klappe 😊


4. Vorbereiten/ Anschleifen der Holzleisten für die Lasur
- vor dem Auftragen eurer Lasur/ eures Lackes/ eurer Farbe, die Holzleisten grob mit Schleifpapier anrauen

5. Vorbereitung der Arbeitsfläche
Legt eure Arbeitsfläche am besten mit Malerfolie aus. Ausserdem braucht ihr eine kleine Erhöhung, auf welcher ihr eure bepinselten Leisten ablegen könnt. Ich habe hierfür ein Tablett genommen. Tipp: Legt auf keinen Fall Zeitung unter die frisch lackierten Leisten, diese bleibt an der frischen Farbe kleben und ihr müsstet die mühevoll abpiepeln - so ging's mir nämlich 😁 Daher: lieber Folie verwenden.


6. Die Lasur/ den Lack ordentlich trocknen lassen, am besten über Nacht
 
7. Klebeflächen anschleifen
Damit sich der Holzleim später ordentlich mit den Holzleisten verbinden kann, ist es notwendig, die Klebeseiten der Holzleisten nochmal mit etwas Schleifpapier anzurauen.

8. Gestaltung des Regals
Ich habe mich wie gesagt dafür entschieden, das grafische Design meines Blogs auf ein A2-Plakat (einfaches Papier, nicht glossy!) drucken zu lassen und mit Sprühkleber auf den MDF-Platten anzubringen. Bei der Gestaltung sind euren Wünschen und eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Ihr könnt die Platten natürlich auch ein- oder mehrfarbig lackieren, Dekofolie verwenden was auch immer. Wichtig ist es jedoch, dann einen Kleber zu benutzen, der für das entsprechende Material geeignet ist. Da mein Plakat aus simplem Papier ist, konnte ich Holzleim verwenden. Wenn ihr z. B. nicht saugfähige Dekofolie benutzt, solltet ihr ggf. einen anderen Kleber wählen. 

9. Holzleisten aufkleben
Nun bestreicht ihr die dicken Holzleisten, welche dann die Abstellfläche für eure Lacke bilden, an einer Kante mit Holzleim. Um diesen gleichmäßig zu verteilen, habe ich einen kleinen Pinsel als Hilfsmittel benutzt. Fangt mit der Leiste an, welche an der unteren Kante angebracht werden soll und klebt diese bündig an die untere Kante eurer MDF-Platte. Kurz andrücken, warten, fertig! Der Holzleim von Ponal war hier offenbar die richtige Wahl, denn er hält nach ein paar Sekunden andrücken wirklich bombenfest, sodass nix mehr verrutscht. Sobald eine Leiste fertig war, habe ich einen Zollstock (jaaa, ich weiß, das Ding heißt Gliedermaßstab...) genommen, den Abstand von 10 cm zur nächsten Leiste markiert und eben die nächste Leiste aufgeklebt. Das hat bei mir gut geklappt und die Leisten waren auch alle gerade.

Regal mit aufgeklebtem Hintergund und Holzleisten




10. Den Holzleim gut trocknen lassen, am besten über Nacht

11. Safety First - Holzleisten mit Nägeln sichern
Nachdem der Holzleim getrocknet war, war ansich alles bombenfest, zumindest war das mein Eindruck. Allerdings wollte ich mich nicht auf die reine Klebeverbindung verlassen und habe deshalb die Holzleisten von der Rückseite der MDF-Platte aus mit Nietstiften vernagelt. Gibt doch ein Stück mehr Sicherheit.

12. Blendleisten aufkleben
Nun tragt ihr auf die vordere Kante der befestigten Holzleisten etwas Holzleim auf und klebt die kleinen dünnen Leisten bündig an, sodass eine Art Blendleiste entsteht. Ich finde das zum Einen optisch sehr schön, zum Anderen ist es auch ein kleiner "Stopper" für die Nagellacke. 

Regal mit Blendleisten von vorn
Blendleiste in der Seitenansicht
15. Löcher zur Wandbefestigung bohren
Mittels eines 5er Holzbohrers, habe ich dann in jede Platte jeweils 4 Löcher gebohrt. Achtet hierbei darauf, die Löcher nicht zu nah am Rand der Platte zu platzieren - ich habe ca. 5 cm vom oberen/ unteren und seitlichen Rand gemessen.

16. Regal an der Wand anbringen
Hierfür braucht ihr auf jeden Fall noch eine helfende Hand. Das Regal mittels Wasserwaage ausrichten, Löcher anzeichnen und bohren. Dübel und Schrauben verwendet ihr entsprechend der Beschaffenheit eurer Wände. Da unsere Wände noch massiver Altbau sind, sind diese in sich teils gewölbt und nicht ganz gerade. Ein flaches Regal würde daher nicht bündig aufliegen. Deshalb habe ich mich entschieden, das Regal mittels Abstandshaltern anzubringen. 

Abstandshalter zwischen Wand und Regal
17. Last but not least - Regal einräumen 😎

Hier seht ihr nochmal mein fertiges Ergbnis:


...endlich an der Wand!
Beide Regale in "Aktion"
Ein Regal einzig und allein für meine essie-Lacke 💖
Falls ihr mit dem Gedanken spielt, euch ein Lackregal selber zu bauen, hoffe ich, dass ich euch mit meiner Anleitung ein wenig inspirieren und vielleicht auch helfen konnte. Falls ihr Fragen habt hinterlasst einfach einen Kommentar oder schreibt mir eine E-Mail.

Ich wünsche euch viel Spaß beim werkeln!

Eure Julia 💋

Sonntag, 7. Januar 2018

"Post-Gel-Review und Vergleich" oder auch: "Wie sich meine Nägel mit UV-Lack entwickelt haben und wie ich ihn verwende."

Januar 07, 2018




Hallo ihr Lieben,

ich hoffe, es ist noch nicht zu spät, euch an dieser Stelle noch ein gesundes neues Jahr 2018 zu wünschen! 💖

Diejenigen von euch, die mich etwas besser kennen, wissen, dass ich am 05.12.2017 auf dem Weg zur Arbeit einen Autounfall hatte und ich seither die Konzentrationsfähigkeit eines Kleinkindes besitze. Lange Texte zu schreiben ist für meinen Kopf momentan noch ein bisschen "overload", daher war es hier in den letzten Wochen sehr ruhig. ABER: es ist Sonntag, ich kann mir Zeit nehmen und Pausen einschieben 😁 Das heutige Thema schwirrt mir auch schon ewig im Kopf rum, weshalb ich jetzt auch nicht mehr warten mag und meine Erfahrungen endlich mit euch teilen möchte.

In meinem letzten Post vom 25.11.2017, habe ich euch über meinen Austieg aus der Nagelmodellage mit Gel berichtet (meine Güte, das klingt als wäre ich aus der Mafia ausgestiegen 😅). Da ich in diesem Post noch kein wirkliches Langzeitfazit abgeben konnte, möchte ich dies heute tun. Gegliedert ist dieser Post in:

1. Wie verwende ich UV-Lack zur Naturnagelverstärkung?
2. Wie trage ich UV-Lack am besten auf, ohne Übergänge zum Naturnagel zu sehen?
3. Schädigt UV-Lack meine Nägel?
4. Bisher nicht erwähnte Vorteile 
5. Was UV-Lack NICHT kann
6. Mein endgültiges Fazit in Sachen Gel vs. UV-Lack

Vorab: ich habe meinen Weggang vom Gel vor ca. 2 Monaten zu keiner Zeit bereut - ganz im Gegenteil. Im Nachgang ärgere ich mich fast ein wenig, dass ich die Vorzüge von UV-Lacken nicht schon früher für mich genutzt habe. Allerdings habe ich mich durch die Gel-Naglerei intensiv mit Sachen wie Anatomie und Produktchemie auseinander gesetzt, was natürlich mein Wissen in dem Segment erweitert hat. 

Ferner haben sich die von den Firmen angepriesenen Vorteile von UV-Lack tatsächlich mal bestätigt, jedenfalls bei mir. Das heißt: ich habe ein Produkt vor mir, welches tatsächlich so einfach aufzutragen ist wie ein Nagellack und die Nägel stärkt. Diese Vorzüge konnte ich bereits in meinem letzten Post bestätigen. Nur wie sieht es jetzt mit der Haltbarkeit aus, vor Allem auf lange Sicht?

Auch hier wurde ich nicht enttäuscht. Wobei ich fairerweise sagen muss, dass ich den UV-Lack nicht ganz so anwende, wie es empfohlen ist. Meine Intention ist es ja nicht, farbigen UV-Lack über mehrere Wochen zu tragen, sondern meinen Naturnagel zu verstärken und eine gute Basis für meine Nagellacke zu schaffen.

1. Wie verwende ich UV-Lack zur Naturnagelverstärkung? 

Um mein Ziel, nämlich eine reine Naturnagelverstärkung zu erreichen, gehe ich ein wenig anders vor, als es von den meisten Firmen beschrieben wird. Der größte Unterschied: wenn man UV-Lack "normal" anwendet, kann man ihn, sobald er rausgewachsen ist oder man eine andere Farbe tragen mag, mit dem sogenannten Remover anlösen und einfach und ohne großen Kraftaufwand vom Nagel entfernen/ abkratzen. Die Firmen empfehlen daher zur Vorbereitung zumeist, den Naturnagel nur ein wenig anzurauhen, den Staub zu entfernen und den Nagel zu entfetten, z. B. mit Cleaner. Danach kann der UV-Lack bereits aufgetragen werden - also eine Schicht Base Coat zum Schutz des NN, ein oder zwei Schichten farbiger UV-Lack und zum Abschluss noch UV-Top Coat. Der schützt den Farblack und lässt ihn schön glänzen.

Da ich aber keinen farbigen UV-Lack verwende, den normalen Nagellack obendrauf einfach mit Nagellackentferner wieder entferne und dann wieder neu lackiere, besteht für mich kein Bedarf, den UV-Base Coat mit Remover zu entfernen. Dementsprechend bereite ich meinen NN folgendermaßen vor:

1. Anrauen des NN mit einem Buffer bzw. einem feinkörnigen Fräseraufsatz
2. Entfernen des Staubes
3. Desinfektion des Nagels (damit unter dem Lack später keine Bakterien eingeschlossen werden)
4. Auftrag des Dehydrators
5. Auftrag des Primers

Danach trage ich 2-3 Schichten UV-Base Coat auf, lasse die einzelnen Schichten aushärten (die Schwitzschichten zwischendurch nicht abcleanern - das verbessert die Verbindung der einzelnen Schichten!) und nach der letzten Schicht die Schwitzschicht mit Cleaner entfernen. Das wars! 

Mit dieser Vorbereitung hat meine erste NN-Verstärung mittels UV-Lack über 5 Wochen an ALLEN Nägeln gehalten. Kein einziges Lifting - nichtmal am freien Nagel, wo ich die Versiegelung beim Kürzen der Nägel weggefeilt und NICHT neu versiegelt habe! Theoretisch hätte das Ganze auch länger gehalten. Ich habe nur deshalb alles entfernt, weil die Lackränder zur Nagelhaut hin etwas zu dick waren, trotz des Feilens ein Übergang zu sehen war und ich nochmal komplett neu starten wollte. Wie ihr schon beim Auftrag die entstehenden Übergänge unauffällig halten könnt, sobald der UV-Lack rauswächst, erzähle ich euch weiter unten.

Warum ist meine Vorgehensweise NICHT empfehlenswert, wenn man UV-Lack entsprechend vorgesehener Anwendung - also Entfernung mit Remover - nutzen mag, wenn es doch so gut hält?

Ganz einfach: wenn ihr Primer benutzt, wird eure Nagelplatte durch eine chemische Reaktion angeätzt. So entstehen auf dem Naturnagel winzig kleine Vertiefungen, durch die sich Gel oder eben auch UV-Lacke besser mit dem NN verbinden und somit eine bessere Anhaftung entsteht. Wenn ihr den UV-Lack nun mittels Remover wieder vom NN entfernen wollt, wird genau das problematisch - durch die "bombige" Anhaftung gestaltet sich das Abkratzen schwierig, ist schmerzhaft und ihr werdet mit großer Wahrscheinlichkeit euren NN schädigen! Ich habe das selbst mal an meinem kleinen Finger ausprobiert, als ich meinen ersten UV-Lackauftrag neu machen wollte - habe es aber ganz schnell sein lassen und zum Fräser gegriffen. 

Also: Dehydrator und Primer NICHT unter UV-Lacken anwenden, wenn ihr diesen mit Remover wieder entfernen wollt! Für eine längere Haltbarkeit kann man das machen, muss sich dann aber im Klaren sein, dass man alles abfeilen/ abfräsen sollte, damit der NN nicht leidet!

2. Wie trage ich UV-Lack am besten auf, ohne Übergänge zum Naturnagel zu sehen?

Wenn Gel oder auch dickere Schichten UV-Lack mit dem natürlichen Wachstum des Nagels rauswachsen, entstehen irgendwann Ränder bzw. Übergänge zwischen Naturnagel und der Verstärkung. Bei einer Gelmodellage würde man nach ca. 4 Wochen einen sogenannten Refill machen. Das heißt die Übergänge werden mittels einer Feile abgetragen sowie angeglichen und dann neues Gel aufgefüllt.

Selbst 3 Schichten UV-Base Coat sind nie im Leben so dick, wie eine Gel-Modellage. Deshalb würde sich hier das Befeilen eines Übergangs etwas schwierig gestalten. Daher sehe ich bereits beim Auftrag meines UV-Lackes mittlerweile zu, dass der Übergang zwischen Lack und Naturnagel so hauchdünn wie nur möglich ist. Das Geheimnis: die einzelnen Schichten nicht am gleichen Punkt - z. B. direkt vor der Nagelhaut - ansetzen, sondern versetzt. Dazu gehe ich wie folgt vor:

1. Ich suche mir zuerst den Stresspunkt meines Nagels. Dazu drückt ihr mit eurem Finger einfach gegen den freien Nagel, es entsteht dabei ein weiß-gelblicher Fleck. Der obere Rand in Richtung des freien Nagels ist der Stresspunkt, also die schwächte Stelle des Nagels.

Nagel ohne Belastung
Mit etwas Druck wird der Stresspunkt sichtbar
Die erste Schicht UV-Lack platziere ich ungefähr ab der Mitte des Fleckes - aushärten. Die zweite Schicht setze ich am unteren Rand des Fleckes an - aushärten. Die dritte und bei mir letzte sowie dünnste Schicht, setze ich dann kurz vor der Nagelhaut an - aushärten - fertig!

In der Seitenansicht sieht der verstärkte Nagel dann so aus (Kontraste etwas verstärkt, sodass die Linien des Nagels besser zur Geltung kommen):
 
verstärkter NN mit UV- Base Coat

Auf dem Bild sieht man die verschiedenen Ansätze der einzelnen Schichten für meine Begriffe nur, wenn man es weiß. Im Großen und Ganzen sieht man in Natura einen natürlichen Nagelverlauf, ohne dass dieser extrem dick ist. Dadurch, dass alle 3 Schichten auf dem oberen Teil der Nagelplatte "ankommen", ist vor Allem auch der Bereich gestärkt, der bei einem Fingernagel am meisten beansprucht wird - der Stresspunkt und der freie Nagel.

Die letzte Schicht verschmilzt quasi mit dem Naturnagel, sodass ein sauberer Übergang entsteht, der auch beim Rauswachsen nicht befeilt werden muss. Tadaaaa! 😉 

Zugegeben, ich habe meinen UV-Lack auf diese Art erst einmal aufgetragen, aber es hat wunderbar geklappt. Obwohl die letzte Schicht sehr dünn ist, hat sich hier nix gelöst. Das heißt, dass ich in Zukunft auch bei dieser Technik bleiben werde. Ein regelmäßiger Refill bzw. gar Abtrag erübrigt  sich somit und wäre nur fällig, wenn sich tatsächlich mal etwas liften oder abbrechen sollte - was mir bisher allerdings noch nicht passiert ist.

Wenn der UV-Lack dann ein Stück weiter rausgewachsen ist, kann die oberste Schicht dann einfach angeraut, der Staub entfernt und ein neue dünne Schicht UV-Lack ab kurz vor der Nagelhaut aufgetragen werden. Obwohl der Nagel rauswächst und sicherlich auch gekürzt wird, kann mit dieser Technik natürlich im oberen Bereich eine etwas dickere Anlagerung von Lack entstehen. Diese kann man dann aber auch minimal abtragen um eine natürliche Dicke beizubehalten. 

3. Schädigt UV-Lack meine Nägel?

Dies ist wohl eine der wichtigsten Fragen überhaupt und beantworten möchte ich sie euch gern mit einem Bild:

 

Ich finde, dass man in diesem Bild schon fast eindrucksvoll erkennen kann, wo ich aufgehört habe meine Nägel mit Gel zu verstärken 👀 Seht ihr, dass die Nagelplatte im oberen Drittel sehr hell ist? Das ist der Teil des Nagels, der bis ca. Mitte November 2017 mit UV-Gel verstärkt wurde. 

Vor Allem anhand des Mittelfingers sieht man recht deutlich, dass über der Lunula - dem "Nagelmond" -  die Nagelplatte wieder zu einem gesunden Rosa übergeht. Das ist der Teil des Nagels, der seit Mitte November mit UV-Lack überzogen war. Für meine Begriffe würde ich sagen, dass dieser Teil wesentlich gesünder wieder nachgewachsen ist. Doch woran liegts?

Diese Frage kann ich euch leider nicht wirklich beantworten. Ich habe erst gedacht, dass ein Teil auf die Kappe der mechanischen Belastung beim Gel-Abtrag geht. Allerdings habe ich den UV-Lack bereits zweimal mit einem Fräser entfernt und habe den Effekt hier nicht. Liegts am Gel, an dessen Zusammensetzung? Ich kann es wie gesagt nicht mit Bestimmtheit sagen. Was ich sagen kann ist, dass ich optisch eine klare Verbessung sehe und das bedeutet sicher erstmal nichts Schlechtes.

Ich würde jetzt auch nicht sagen, dass das Gel meine Nägel geschädigt hat, das auf keinen Fall. Als ich die komplette Altmodellage abgetragen habe, waren meine Nägel jetzt nicht sonderlich mitgenommen, haben sich also recht gut angefühlt. Es ist hier also allein der optische Faktor, der mich dazu bringt zu sagen: UV-Lack scheint MEINEN Nägeln besser zu bekommen.

4. Bisher nicht erwähnte Vorteile 

Dies sind die hauptsächlich bekannten Vorteile von UV-Lack:

- einfacher Auftrag
- schnelle Aushärtungszeit
- lange Haltbarkeit

Das sind die Annehmlichkeiten, die alle Hersteller versprechen und die kann ich an dieser Stelle nur nochmal bestätigen. Jetzt sind mir in den letzten 2 Monaten der Nutzung aber auch noch weitere Vorteile aufgefallen, die ich so bisher noch nirgendwo bewusst gelesen habe - alles im Vergleich zum Gel:

Nummer 1 - Versiegelung offenbar nicht nötig

Eine Gelmodellage muss immer ordentlich versiegelt und am freien Nagel ummantelt sein, damit sich keine Liftings bilden oder das Gel abplatzt. Dies ist bei der Verwendung von UV-Lack irgendwie nicht der Fall. Das habe ich allerdings erst durch einen Zufall mitbekommen. Als ich das erste Mal UV-Lack genutzt habe, habe ich, weil ich es vom Gel gewohnt war, den freien Nagel schön ummantelt. Eine Woche später habe ich meine Nägel gekürzt und schlichtweg vergessen, das Ganze wieder zu versiegeln. "Ach, drauf gepfiffen, wenns wegfliegt machstes halt neu..." dachte ich mir und habe alles so gelassen. Und wisst ihr was passiert ist? Genau! Rein GAR NICHTS ist passiert! Es kam weder zu Liftings, noch ist mir der UV-Lack abgesplittert. Seither habe ich beim Kürzen der Nägel nie wieder versiegelt und es macht dem UV-Lack überhaupt nichts aus.

Nummer 2 - Nachfeilen bzw. Nachbearbeiten möglich

Aus Vorteil Nummer 1 leitet sich quasi Vorteil Nummer 2 ab. Bei einer Gelmodellage müssen Unebenheiten im Aufbau, zu dicke Ränder etc... mit der Feile ausgeglichen werden, bevor man abschließend versiegelt. Ist die Gelmodellage einmal versiegelt, ist ein Nachbearbeiten eher ungünstig, da eine beschädigte Versieglung die Haltbarkeit extrem beeinflusst (Liftings, Abplatzen etc...). Mädels, die das erste Mal aus einem Nagelstudio kommen und danach nochmal selber die Feile anlegen, wundern sich, warum das Ganze dann nach ein paar Tagen doof aussieht und sich z. B. Fusseln zwischen Naturnagel und Gel sammeln. Daran liegts! Die schützende Versiegelung ist weg.

Bei UV-Lack stört ein Nachbearbeiten hingegen gar nicht. Das ist mir ganz besonders bei meiner ersten UV-Lackanwendung aufgefallen. Der Lack war im Gegensatz zum Gel seeehr dünn und ist mir in nicht unbeachtlicher Menge in die Nagelfalz gelaufen. Klar, das Gröbste hab ich vor dem Aushärten entfernt, aber trotzdem gab es noch Stellen, die ich nach dem Finish nochmal feilen musste. Das hatte jedoch keinerlei negative Auswirkungen, auch nach Wochen nicht. Finde ich mehr als gut!

Nummer 3 - Offenbar nicht so sensibel was Aceton betrifft

Wie gesagt, ich nutze den UV-Lack zur Verstärkung meines NN und als Basis zum austoben mit meinen mittlerweile über 200 Nagellacken 😁 Der Vorteil von Nagellack: er lässt sich - wenn es nicht gerade der teuflischste Nagellack mit dicken Glitzerpartikeln ist - ganz fix wieder mit Nagellackentferner verbannen. Mein Liebling unter den Nagellackentfernern ist der "p2 EXTRA STRONG nail polish remover"


Laut Hersteller ist er auch dazu geeignet, Shellac, also UV-Lack, zu entfernen. Dementsprechend enhält er Aceton als Lösungsmittel. Bei Gel-Nägeln soll man eigentlich acetonfreien Nagellackentferner benutzen, weil sonst das Gel leidet. Ich habe den Entferner aber schon immer genutzt, also auch zu meiner Gel-Nägel-Zeit. Wenn ich den Nagellack entfernt hatte, war die oberste Gelschicht tatsächlich etwas angeweicht, so ein bisschen wie ein Gummiüberzug, aber das hat mich nie gestört.

Beim UV-Lack hingegen konnte ich bisher kein Anlösen bzw. Aufweichen der oberen Schicht feststellen, da blieb alles bombenfest! Um UV-Lack mit Remover zu entfernen, wird ohnehin empfohlen, die oberste Schicht mit einem Buffer anzurauen, sodass der Remover in die UV-Lackschichten eindringen kann. Der Remover muss dann ungefähr 10 - 15 min. einwirken (also mit Pads oder Caps), damit sich die Wirkung entfaltet. Wenn er nicht angeraut wird, passiert beim normalen Nagellack entfernen aber GAR NICHTS, was ich als sehr positiv empfinde. 

Nummer 4 - Insgesamt kostengünstiger

Gut, Punkt Nummer 4 liegt ja (eigentlich) auf der Hand, aber ich möchte ihn trotzdem nochmal etwas detaillierter aufführen. Wenn man nämlich beachtet, was man an Geld investieren muss um schöne Gelnägel zu haben und dem mal die Kosten für UV-Lackanwendungen gegenüberstellt, wird man ganz schnell ein paar Unterschiede sehen.

Diese Dinge benötigt ihr grundsätzlich für Beides:

- ein Lichthärtungsgerät, ab 19 € - nach oben fast keine Grenze 😋
- Cleaner, ca. 3 €
- einen Buffer, ca. 1 €
- Zelletten, ca. 3 €
- einen Staubpinsel, ca. 4 €

in Summe: 30 €

Für die Arbeit mit UV-Lack benötigt ihr noch:

- UV-Lack, guten gibt es ab ca. 6 €
- und optional Dehydrator (4 €) und Primer (4 €), wenn ihr den Lack verwenden möchtet, wie ich es tue

sonst nix!

in Summe: 36 € bzw. 44 €

Für die Arbeit mit UV-Gel braucht ihr noch:

- 3 verschiedene Gele - nämlich für Grundierung, Aufbau und Versiegelung, 3 kleine 5ml Tiegel kosten dann ca. 15 €. 

Es gibt zwar auch 3-in-1 Gele, aber meiner Erfahrung nach sind die nicht wirklich pralle, weshalb ich klar sage: man braucht 3 verschiedene Gele.

- Dehydrator und Primer, 8 €
- wenigstens 1-2 Pinsel, ca. 10 €
- Pinselreiniger, ca. 4 €
- eine grobe Feile um den Aufbau in Form zu feilen, ca. 2 € 

in Summe: 69 €

Okay, auf den ersten Blick kein riesiger Unterschied, aber auf Dauer macht es sich bemerkbar, vor Allem wenn man mit guten Gelen arbeiten will. Richtig kniffelig und preisintensiv wird es, wenn man spezielle Gele braucht, z. B. bei Problemnägeln. Und zwei Sachen braucht man beim Arbeiten mit Gel noch, die materiell nicht anzubilden sind: Zeit und Know-How. Stöbert mal durch diverse Verkaufsportale und schaut mal, warum soviele Mädels ihre Gel-Startersets wieder verkaufen. Da werdet ihr zu 90 % den Grund "Ich habe leider keine Zeit dafür" finden.

Die Arbeit mit UV-Lack geht schnell und man braucht keine bestimmten Vorkenntnisse was die Technik und Produktchemie betrifft. Daher ist UV-Lack für Einsteiger auch super geeignet. 

5. Was UV-Lack NICHT kann  

So, bei all den Lobeshymnen, die ich nun auf UV-Lack gesungen haben, drängt sich natürlich die Frage auf, was dieser kleine Superheld nicht kann und wozu doch noch Gel- oder Acrylmodellagen notwendig sind. Dazu zwei Worte "künstliche Nagelverlängerung". Das ist nämlich genau das, wozu ein UV-Lack nicht gemacht ist.

Ja, UV-Lack kann und wird euren Naturnagel über kurz oder lang stärken und somit dazu beitragen, dass ihr irgendwann z. B. eine hübsche Nagellänge vorweisen könnt und eure Nägel nicht mehr permanent einreißen. Wer aber kurze Nägel hat (egal ob Knubberheini oder weil sie aus beruflichen Gründen kurz sein müssen) und diese schnell verlängern will, z. B. für eine Feier, der muss zur künstlichen Nagelverlängerung mittels Gel oder Acryl greifen. Wer ausgefallene lange Formen wie z. B. Stiletto-Nägel mag, wird ebenfalls nicht an Gel oder Acryl vorbeikommen. Für eine einmalige Sache und auch wenn ihr keine Zeit und Muße für DIY-Nagelverlängerung habt, würde ich ohnehin den Gang in ein professionelles Nagelstudio empfehlen.

Selbst wenn es theoretisch vielleicht möglich sein sollte, den Naturnagel mittels Schablone und UV-Lack zu verlängern, bezweifle ich stark, dass dies zu einem haltbaren und vor Allem STABILEN Ergebnis führt. UV-Lack ist viel flexibler und die reine Verlängerung würde wahrscheinlich irgendwann vor sich hinwabbeln. Deshalb: Naturnagelverstärkung mit UV-Lack: ja, Naturnagelverlängerung mit UV-Lack: nein.

That's it!

6. Mein endgültiges Fazit in Sachen Gel vs. UV-Lack

Nun, mein endgültiges Fazit ist ja an dieser Stelle auch keine Raketenwissenschaft mehr 😁

Ich möchte einen schönen, gestärkten Naturnagel, der in seiner Form und Optik so natürlich wie möglich daherkommt. Ausserdem möchte ich dafür wenig Zeit und Material investieren und es soll ohne großen Aufwand lange halten. Genau in diesen Eigenschaften punktet der UV-Lack bei mir auf ganzer Linie, weshalb ich in Zukunft komplett auf Gel verzichten kann.

Die gewonnene Zeit kann ich dann in schöne Nagellackspielerein investieren 😉 

Ich hoffe, dass ich euch hiermit einen wissenswerten Beitrag abliefern konnte und danke euch für's Lesen.

Bis bald - Eure Julia 💋

Samstag, 25. November 2017

"Neuer Name - Neuer Fokus" oder auch: "Ich verabschiede mich vom Gel."

November 25, 2017


Hallo ihr Süßen,

es ist nun über 4 Wochen her, dass ich mal was hab von mir lesen lassen.

Dies ist natürlich zum einen dem Umstand geschuldet, dass ich aufgrund meiner Arbeit, der wichtigen Zeit mit meiner lieben Familie und den alltäglichen Pflichten nicht wirklich dazu gekommen bin, tiefgreifende und ausführliche Einträge zu verfassen. Im Instagram mal eben ein aktuelles Bild zu posten und ein paar Zeilen dazu zu schreiben, ist nicht soooo aufwendig. Wenn ich Einträge für mein Blog verfasse ist es mir allerdings sehr wichtig, dies ausführlich zu tun und nicht einfach halbherzig was dahinzukrakeln, nur damit "Inhalte" entstehen. Insofern spielt der Faktor Zeit natürlich eine große Rolle. Heißt für euch aber auch: wenn es hier was Neues gibt, habe ich mir Zeit genommen, um euch sinnvollen und informativen Content zu bieten 💖

Gut, soviel dazu! Nun zu der Frage, was sich in den letzten 6 Wochen in meiner "Nagelwelt" so getan hat.

Der Ein oder Andere hat es vielleicht schon via Instagram mitbekommen - ich habe einen recht flotten und schnieken Namenswechsel aufs Parkett gelegt. Vor wenigen Tagen wurde nämlich aus "Mrs. Mimikrys Nailcorner" der kurze und schmerzlose "PinselRausch". Um das "Warum, Wieso, Weshalb?" soll es in meinem heutigen Blog-Post gehen.

Wie ihr wisst, habe ich vor gut einem Jahr angefangen, mich dem Thema Fingernägel zu widmen - den ausführlichen Bericht dazu findet ihr hier (klick). Es war mir zunächst wichtig, aus diesen kleinen brüchigen und eingerissenen "Platten" auf meinen Fingern erstmal halbwegs ansehnliche Nägel zu machen. Deshalb habe ich angefangen, mich mit der Gelmodellage als Naturnagelverstärkung zu beschäftigen und das auch gut 10 Monate praktiziert. Meine Technik wurde immer besser und die Ergebnisse wirklich ansehnlich. Doch einen Nachteil konnte ich irgendwie, egal wieviel Mühe ich mir gab, nicht ausmerzen: das Absplittern des Gels - vor Allem am freien Nagel und an den Seiten.

Mein Problem mit Gelmodellagen war schon immer, dass ich dicke Modellagen nicht schön fand. Ich hatte den (leider utopischen) Gedanken, dass es auch viiiiiel dünner gehen muss und kann. Eine "richtige" und dicke Gelmodellage hat, wenn sie richtig gemacht wird, eine Haltbarkeit von 3 Wochen +. Das heißt, die Modellage wird gefertigt und wächst im Idealfall einfach raus - ohne Liftings und ohne abzusplittern. Nach ca. 4 - 6 Wochen wäre es dann Zeit für den sogenannten Refill, also das Auffüllen des nachgewachsenen Naturnagels mit Gel, um einen sauberen Übergang ohne Rille zu schaffen.

Leider bin ich nie an diesen Punkt gekommen 😕 Ich hatte zwar keine Probleme mit Liftings und auch den ein oder anderen derben Stoß hat meine dünne Modellage in den ersten Tagen ausgehalten, aber spätestens nach 5 Tagen waren ein paar kleine Ecken am freien Nagel dann doch von Jetzt auf Gleich verschwunden - und das ohne irgendwo anzuecken. Die kleinen Gel-Buffen haben einfach "Ciao!" gesagt *Schweinerei*

Klar, ich hatte alle Utensilien, die ich zum Ausbessern oder Neugestalten brauchte zu Hause, aber irgendwann war es fast schon Routine, einmal wöchentlich die sehr dünne "Alt-"Modellage anzurauhen bzw. komplett abzutragen um sie dann auszubessern bzw. auf einzelnen Nägeln zu erneuern. 

Letztlich habe ich mich mit einigen Mädels in diveresen Foren und über Insta unterhalten - egal ob self-taught oder ausgebildete Profis. Umso mehr ich mich über die Erfahrungen austauschte, umso mehr wurde mir bewusst "Es liegt nicht an der Technik, es liegt nicht an den Produkten, es liegt alleine in der Tatsache, dass du von extrem dünn aufgetragenem Gel eine normale Haltbarkeit erwartest!" Und da liegt eben der Hase im Pfeffer - es geht eben einfach nicht! Sehr dünne Gelnägel bedeuten immer, das man Kompromisse in der Haltbarkeit machen muss. Wenn ich von "sehr dünn" rede, meine ich eine Dicke, die unter Scheckkarten-Höhe liegt! Also um das mal klar zu sagen: Gel ist eine wirklich feine Sache! Man kann damit prima die Nägel verstärken, sie schützen, schöne Nailart zaubern und viele weitere tolle Sachen - aber wer wirklich haltbare Gelnägel haben möchte, muss sich im klaren darüber sein, dass dann die Grenze des "wirklich" natürlichen Aussehens überschritten werden muss. Leider ist das ein Punkt, mit dem ich mich nicht anfreunden kann und möchte.

Ich möchte einfach, dass meine Nägel natürlich aussehen und nicht - wie auf dem Bild was mir mein lieber Mann einst schickte - als ob Jemand Erdnussschalen draufgeklebt hätte 😁

Und nun?! Alles hinschmeißen, abtragen und wieder back to the brittle roots? Auf gar keinen Fall! Wenn man hobbymäßig nagelt, hat man einen großen Vorteil - man schwooft durch Online-Shops und stolpert hier und da über Produkte, von denen man zwar schon gehört, sich aber noch nicht tiefer damit beschäftigt hat. So flogen mir im Laufe der Zeit immer wieder Begriffe wie "UV-Nagellacke", "CarbonColors", "Shellac" und "Soak-Off Gel" bzw. "Soak-Off Polish" um die Ohren.

Was CarbonColors betrifft, hatte ich bereits 5 Fläschchen im Bestand. Nämlich 2 farbige CarbonColors, einen Base Coat, einen Top Coat und einen UV-Top Sealing Pro. Letzteren hatte ich mir mal im Bundle mit Unicorn-Pigment Puder zugelegt, nach der ersten Anwendung dann aber (völlig zu Unrecht) wieder eingemottet. Einen vorhandenen Carbon Dual-Coat hatte ich vor einiger einer sehr guten Freundin abgetreten, damit sie auf abgesplitterten Gel-Nägeln "Erste-Hilfe" leisten kann.

Die farbigen UV-Lacke waren eh nie meins. Ich möchte was das Thema Farbe auf meinen Nägeln betrifft flexibel sein und greife daher in letzter Instanz - also in letzter Schicht - immer zu normalen Nagellacken. Sprich: drunter eine Verstärkung der Naturnägel, on top Farblack und ein normaler Top Coat als Schutz.

Nun stand ich vor der Problematik "Wie verstärke ich meine Naturnägel in einer halbwegs natürlichen Dicke mit entsprechender Haltbarkeit?" Fündig geworden bin ich dann eben im Sektor UV-Lacke. Laut vieler Firmen soll er die Vorteile eines Nagellacks (einfacher und schneller Auftrag) mit der Haltbarkeit von Gel verbinden. Kann das gehen? Ist das die Zauberformel?

Ich kann die Frage noch nicht abschließend beantworten, aber nach den ersten Feldversuchen ist hier bereits eine klare Tendenz zum "Ja" zu erkennen 😊

So habe ich also vor knapp einer Woche die gesamten Gelreste schonungslos mit meinem Fräser abgetragen. So sahen meine Naturnägel nach dem Entfernen des Gels dann aus:


Anschließend habe ich, wie gewohnt, die Nagelhaut entfernt und Primer aufgetragen. Im nächsten Step kam dann das erste Mal als "Grundsubstanz" ein UV-Lack zum Einsatz. In meinem Fall der Carbon Dual-Coat von German Dream Nails. Praktischerweise hatte ich mir bei meiner letzten Bestellung ein neues Lichthärtungsgerät geordert - nämlich ein LED UV Dual Gerät. UV-Lacke härten unter LED Licht im Schnitt innerhalb von 60 Sekunden aus - was eine Zeitersparnis von einer Minute ausmacht, im Gegensatz zu Gel unter einem normalen UV-Lichthärtungsgerät.

Also habe ich angefangen, mit dem Carbon Dual-Coat drauf loszupinseln. Was den Auftrag betrifft, versprechen die Hersteller schonmal nicht zuviel: einfach wie bei einem Lack! Zwar musste ich mich erstmal an die extrem dünne Konsistenz gewöhnen (im Gegensatz zu Gel ist der Dual-Coat übelst flüssig), aber nach Nagel Nummer 2 hatte ich den Dreh raus. Zweiter Vorteil: man kann alle 5 Nägel gleichzeitig machen und muss den Daumen, nicht wie beim Gel, gesondert aushärten.

Für 3 Schichten Carbon Dual-Coat und beide Hände habe ich mit dem LED-Gerät gerade mal 15 Minuten gebraucht. Kein Nachfeilen, kein Ausbessern, nix! 15 Minuten! Bei 3 Schichten Gel wäre das nichtmal die Aushärtungezeit gewesen - wenn man von einem normalen UV-Gerät und den einzeln zu härtenden Daumen ausgeht (dann wären wir schon bei 18 Minuten Zeitaufwand - und da habe ich noch kein Gel aufgetragen und noch nichts in Form gefeilt). Die Schwitzschicht habe ich nach dem Aushärten der einzelnen Schichten nicht entfernt, genau wie beim Gel.

Jedenfalls war dies dann mein Ergebnis nach 15 Minuten:


Am Anfang war es doch schon etwas ungewohnt - die Nägel fühlten sich zwar gestärkt, aber nicht ganz so "hart" wie sonst an. Ich habe zunächst bewusst auf Nagellack verzichtet, da ich erstmal schauen wollte, wie sich die ersten 2 Tage mit dem nackten UV-Lack entwickeln.

Die Nägel waren definitiv flexibler als mit Gel - was ich aber in diesem Fall als sehr positiv empfinde, denn: der UV-Lack biegt sich wie eine Gummischicht mit. Er schützt den Nagel auf die von Gel bekannte Weise, ist aber nicht so stur wenn es ums Anecken geht. Der ein oder andere Rempler mit Gelnäglen tat dann doch schon sehr weh - das habe ich bisher mit dem UV-Lack nicht verspürt, da sich der Nagel eben der Belastung anpasst.

Nach 2 Tagen mit nackten Nägeln wurde es dann Zeit für Farbe 😁 Ich habe meine ersten Essie-Lacke entjungfert 😍 Was den Nagellack betrifft, gibt es zeitnah einen gesonderten Post. An dieser Stelle möchte ich jedoch schon Folgendes anbringen: Nagellacke trocknen auf Gelnägeln schneller und halten sich auch länger. Beide positiven Eigenschaften konnte ich bisher auch auf dem UV-Lack verzeichnen. Ich habe den normalen Farblack aufgetragen, meinen Lieblings-Top-Coat drüber gepinselt und seit 4 Tagen hält alles wie Bolle! Keine abgeplatzen Ecken, keine eingerissenen Seiten, keine Tip-Wear!

Essie - play date (auf Mittel- und Ringfinger) und lilacism

Mein Zwischenfazit: ich habe den UV-Lack jetzt genausolange auf meinen Nägeln wie einst das Gel. Nach 6 Tagen hat sich noch nichtmal die minimalste Stelle verabschiedet. Selbst auf die Gefahr hin, dass dies noch eintritt, hat der UV-Lack bereits jetzt den Vorzug, dass er sich viel viel schneller verarbeiten lässt. Das heißt: selbst wenn mir in den nächsten 2 Tagen irgendwo was davon fliegt, habe ich trotzdem einen Vorteil - zwar nicht in Bezug auf die Haltbarkeit, jedoch auf die Zeitersparnis beim Auftrag.

Somit wird dies wohl meinen Ausstieg von der Gelmodellage bedeuten. Es war wirklich schön, ich habe mich mit vielen Dingen rund um das Thema Produktchemie, Anatomie und Technik auseinander gesetzt. Dieses Wissen zu haben, hilft mir sicherlich auch in einer gellosen Zukunft ungemein. Aber ich möchte es gern simpel halten. Denn weniger Zeit bei der Naturnagelverstärung und Ausbesserung von Modellagen bedeutet, dass ich mehr Zeit ins Lackieren investieren kann 😋

An dieser schließt sich dann auch der Kreis rund um meine Namensänderung. 

Als ich startete, wollte ich zum Einen eine Verbindung zu dem Namen meines privaten Instagram-Profils herstellen, als auch über die Vorgänge in meiner "Nagelecke" (also Gelmodellage, Techniken usw...) berichten. Allerdings hat sich über die Zeit herauskristallisiert, dass mich weniger das Gelen reizt, als viel mehr das farbige anpinseln. Mein Mann sagte es letztens so schön "Am Ende tust du nichts anderens, als Nägel zu tunen!" Damit hat er Nagel auf den Kopf getroffen! Ich liebe meine Lacksammlung, welche aktuell 160 Flaschen und mehr zählt. Ich liebe jede einzelne Farbe, ich liebe Stamping, ich liebe Gradients und kleine Akzente. Ich möchte mich nicht mehr ewig mit dem Vorgeplänkel der Naturnagelverstärung beschäftigen müssen, sondern möchte Zeit für das "Tuning" haben. Da ich bei eben Diesem regelmäßig in einen "Rausch" verfalle, egal ob beim Lacke kaufen oder pinseln, war der Geistesblitz eben "PinselRausch". Der Name bildet ab, was ich wirklich gern tue und vor Allem mit welcher Euphorie.

In diesem Sinne heiße ich euch herzlich Willkommen in meinem PinselRausch💘

Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen zukünftiger Post zum Thema Nagellacke und beim Anschauen meiner kleinen Designs. Möge euch jedes Einzelne gefallen!😊

Eure Julia 💋

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