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Freitag, 13. Oktober 2017

Review: SinfulColors - Punk Yourself - Hynotic Transforming Top Coats im Selbstversuch

Oktober 13, 2017

Hallo ihr Süßen 💘

ich hatte nun die ganze letzte Woche Urlaub und gestern war sozusagen "Experimentier-Tag" im Hause Mimikry.

Teil meiner Lackexperimente waren u. A. die Top Coats aus der "Punk yourself"-Reihe von SinfulColors, über die ich heute gern berichten möchte.

Ich bin auf Instagram auf die Lacke aufmerksam geworden, als ich über den Hashtag #fluidart4nails gestolpert bin. Dort hatte eine Userin den Effekt der Top Coats in einem Video veranschaulicht und ich hab sofort Herzchen in den Augen bekommen.

FluidArt soll auf den Nägeln den Eindruck erwecken, dass die Lacke ineinander „übergegangen“ bzw. „miteinander verschmolzen“ sind. Diesen Effekt erzielt man normalerweise, indem man Silikonspray benutzt. Es trennt den Lack quasi auf und wenn man mehrere Farben benutzt, entsteht ein wirklich verrückter Effekt. Da in meiner Nagelecke ohnehin schon viel Gematsche herrscht, wollte ich mir das mit dem Silikonspray ehrlich gesagt nicht auch noch antun und war deshalb begeistert, als ich von den Lacken erfuhr.

Leider gibt es diese Lacke von SinfulColors meines Wissens nach nicht auf dem deutschen Markt, deshalb habe ich Google bemüht und bin auf der US-Seite von Ebay fündig geworden. Ein Lack kostete rund 4 Dollar und die Versandkosten waren auch okay, weshalb ich mir gleich alle fünf Farben bestellt habe 🙈

Welche Farben gibt es?

Es gibt wie gesagt fünf verschiedene Farben nämlich:
- "Concrete Jungle" - ein dunkles Grau
- "Punk the Town" - ein dunkles Lila
- "Rebel Rebel" - ein tiefes Blau
- "Purpunk" - ein pastelliges Lila
- "Redrum" - ein tolles sattes rot

Wie funktionieren die Lacke und was verspricht der Hersteller?

Laut SinfulColors sollen die Top Coats auf den noch nassen Nagellack aufgetragen werden und schon vollzieht sich der Effekt von ganz alleine. Die Ergebnisse sind immer unterschiedlich, weshalb ein sehr individueller Look entsteht.

Ist das wirklich so einfach?

Vorweg gesagt: ja, die Lacke funktionieren, wenn man ein paar Tricks und Kniffe kennt.

Als die Top Coats eintrafen, habe ich mir natürlich sofort einen normalen Farblack und meine Stampingmatte geschnappt um zu testen ob und wie gut das Ganze funktioniert. Der erste Versuch war jedoch sehr ernüchternd. Ich habe auf einen schwarzen Essence-Lack eine dicke Schicht Top Coat der Farbe „Purpunk“ (einem hellen Lila) aufgetragen und es passierte so gut wie gar nichts! „Toll, das war ja mal wieder klar!“ dachte ich und legte die Flaschen erstmal angenervt beiseite.

Gestern dann, habe ich mich den Top Coats dann ausführlich widmen können und siehe da: es klappte!

Welche Technik und welcher Lack funktioniert mit den Top Coats am besten?

Was die Technik betrifft, habe ich folgende Geschütze aufgefahren:

1.      Reichlicher Tropfen Farblack, darauf ein Tropfen Top Coat und mit einem Stamper breit „quetschen“
2.      Großer Tropfen Farblack, darauf etwas Top Coat, ineinander verswirlen
3.      Mehrere Farblacke nebeneinander getropft, Top Coat drauf, die Matte gefaltet (wie bei Rorschach-Bildern) und die Lacke ineinander gedrückt
4.      Top Coat auf Swatchstick gepinselt und Farblack draufgepinselt
5.      Farblack auf Swatchstick gepinselt und Top Coat draufgepinselt

Technik 1 und 2 kann man sozusagen in die Tonne kloppen, das hat bei mir gar nicht funktioniert – zumindest ist der gewünschte Effekt ausgeblieben.
Technik Nummer 3 hat zwar funktioniert, aber die Verschwendung an Nagellack ist doch sehr enorm. Ausserdem muss man das fertige Endprodukt auf der Matte trocknen lassen um es als Decal verwenden zu können - soviel Zeit habe ich meistens nicht. Deshalb scheidet diese zwar funktionierende Technik für mich aus.

Technik 4 und 5 haben dann funktioniert und was mich am meisten erstaunt hat: der Effekt kam am auf den Swatchsticks bei bestimmten Lacken am besten zur Geltung, wenn ich den Top Coat als Base Coat benutzt habe – total crazy!

In seiner eigentlichen Funktion als Top Coat funktioniert er dann am besten, wenn nur eine gaaanz dünne Schicht aufgetragen wird. Zudem sollte man auch nicht wie beim Fullcover den Pinsel einfach über den Farblack nach oben ziehen, sondern den Top Coat eher „tupfenartig“ und mit ruckartigen Bewegungen auf den Farblack auftragen.

Ich habe verschiedene Nagellackmarken benutzt nämlich:

-          Essence „The Gel Nail Polish“ in verschiedenen Farben
-          P2 Color Victim Lacke
-          China Glaze Lacke
-          Catrice Lacke
-          Und diverse No-Name Lacke

Der Effekt hat sich auf allen Lacken eingestellt, jedoch hatte ich den Eindruck, dass es mit etwas zähflüssigeren und gut deckenden Farblacken besonders gut geklappt hat. Am geringsten war der Effekt auf den Lacken von China Glaze, am meisten Freude hatte ich bei der Nutzung der Essence-Lacke.

Da Bilder ja mehr als 1.000 Worte sagen, hier die Ergebnisse mit den SinfulColors Hypnotic Transforming Top Coats. Mein Fazit findet ihr im Anschluss an die Bilder:


Top Coat "Redrum" und "Purpunk" aufgetragen/dünn aufgetupft auf Essence "The Gel Nail Polish" #38 love is in the air

Minimaler Effekt: "Punk the Town" aufgetragen auf China Glaze # 876 Kiwi-Cool-Ada

Lackmix mit "Purpunk" und Technik Nummer 3 - schöner Effekt vs. große Schweinerei

Unterschied: Zuviel "Rebel Rebel" (blau) = kaum ein Effekt - wenig "Concrete Jungle" (grau) = schöner Effekt

Vier Top Coats aufgetragen auf einem grünen No-Name Lack

Think outside the box: den Top Coat als "Base" verwendet und dünn Essence "The Gel Polish" #46 black is back drüberlackiert

Swatchsticks im Vergleich

...und die für mich drei schönsten Ergebnisse

 Im letzten Bild:

das zweite v. l.: "Punk the Town" auf dem No-Name Lack - linke Häfte als Top Coat, rechte Hälfte als Base Coat. Funktioniert also Beides.

Mitte: "Redrum" als Base, darauf Essence "The Gel Nail Polish" #46 black is back

das zweite v. r.: "Purpunk" auf Essence "The Gel Nail Polish" #38 love is in the air.

Fazit 

Wenn man den Dreh einmal raus hat, macht es wirklich Spaß mit den Lacken zu arbeiten und das Ergebnis ist, wie vom Hersteller versprochen, jedes Mal anders. Ein komplette Mani würde ich mit den Top Coats persönlich nicht machen (ausser vielleicht zu Fasching), dafür ist der Effekt natürlich sehr "unruhig". Aber mal ein - drei Nägel damit zu highlighten, kann ich mir gut vorstellen. Spätestens bei meiner Halloween Mani kommt "Redrum" und schwarz zum Einsatz, in diese Kombi habe ich mich irgendwie schon ein bisschen verliebt 😍

Jedenfalls haben sich die zwei Wochen aufs Päckchen warten und die verhältnismäßig geringen Ausgaben gelohnt. Von mir gibts an dieser Stelle also eine Empfehlung.

Eure Julia 💋


Montag, 9. Oktober 2017

Ist das hier jetzt Werbung, oder was?!

Oktober 09, 2017
UPDATE (Stand 06/2018):

Der untenstehende Beitrag wurde im Oktober 2017 verfasst. Die Inhalte sind möglicherweise veraltet und sollten daher nicht als Referenz oder Anleitung genutzt werden!

Ich bin weder eine Juristin noch Rechtsanwältin und die aufgeführten Inhalte stellen weder eine Rechtsberatung dar noch ersetzen sie eine eben diese!

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Hallo ihr Lieben,

eigentlich hatte ich in meinem Urlaub Besseres vor, als meinen Senf zu den kürzlich erschienenen Kuriositäten auf Instagram dazuzugeben. Aber da mich solche Sätze wie "[Werbung - da Produktverlinkung]" oder "{Werbung - selbst gekauft}" irgendwie stutzig gemacht haben und ich sie mittlerweile auch echt nicht mehr sehen kann, habe ich mich vor einigen Tagen eindringlicher mit der Materie "Was ist Werbung und was nicht" befasst und möchte zu All dem etwas aus rechtlicher Sicht sagen und auch selbst gern Position beziehen. Nicht aus einer Schutzfunktion heraus und um potentiellen Ärger durch Abmahnungen etc...aus dem Weg zu gehen. Nein, in aller erster Linie möchte ich, dass IHR als meine Leser wisst, wie ihr meine Beiträge einzuordnen und somit zu werten habt.

Aber nochmal kurz auf Anfang

Ich habe vor wenigen Wochen diesen Blog und meinen Instagram-Nagelaccount ins Leben gerufen. In der Bloggerwelt bin ich noch absoluter Frischling aber mit dem Kolos "Instagram" bin ich seit knapp 3 Jahren durch meinen privaten Acoount bereits ganz gut vertraut. In diesem Acoount folge ich allerdings nur Freunden und keinen Firmen, Promis und so weiter.

Daher war ich etwas irritiert, als mir kurz nach der "Accounteröffnung" immer wieder Beitragsopener wie [Werbung - Markennennung] der von mir abonierten Nagelseiten um die Ohren oder besser gesagt Augen flogen. "Was ist denn hier los?", "Muss das so sein?!" oder aber "Das ist doch neu!" dachte ich immer so vor mich hin.

Nun gehöre ich zum einen zu der Gattung Mensch, die nicht gleich blindlings alles mitmacht was Andere machen und zum Anderen bin ich des googlens mächtig und liebe es, mich durch lange (Gesetzes)Texte zu wuseln. Bei meiner Recherche stieß ich zunächst auf den Fall einer Instagrammerin bzw. "Influencerin", welche es aus Sicht der Behörden versäumt hatte, einen Ihrer Posts auf Instgram korrekt als Werbung zu kennzeichnen. Dafür wurden sowohl die Influencerin als auch das Unternehmen zur Kasse gebeten.

Um den Wirbel zu verstehen, wäre es aber erstmal wichtig zu wissen, was Werbung denn eigentlich ist. Für Jeden verständlich ausgedrückt: Eine Firma gibt Jemanden Geld oder eine andere Gegenleistung dafür, dass der Jenige die Firma oder ein bestimmtes Produkt der Firma positiv erwähnt und somit zum Kauf animiert. Naja, eigentlich sollte ja Jedem bewusst sein, was Werbung ist, wir sind schließlich alle täglich davon umgeben.

Kritisch wird es jedoch dann, wenn Jemand Werbung betreibt, diese aber nicht als solche kennzeichnet. Der Gesetzgeber nennt dies dann "Schleichwerbung" und das ist eben strafbar. Warum? Weil laut Definition der Otto-Normal-Verbaucher einem Text, der keine Werbung ist mehr Vertrauen entgegenbringt und somit durch Schleichwerbung in seiner Wahrnehmung mutwillig getäuscht/ betrogen werden könnte.

Um eins ganz klar zu sagen: das Internet ist kein rechtsfreier Raum. D. h. wenn Jemand in seinem Blog, auf seinem Social Media Account oder wo auch immer Netz Werbung betreibt, muss diese für den Leser ganz deutlich als solche gekennzeichnet sein. Dass das nicht bei allen Bloggern oder Influencern der Fall ist, ist leider eine traurige Wahrheit, aber schwarze Schafe gibt es eben überall.

Klare Trennung zwischen Werbung und redaktionellen Beiträgen / Empfehlungen

Putzig wurde es allerdings in dem Augenblick, als auch die weißen Schafe anfingen, Beiträge aus Angst als "Werbung" zu kennzeichnen, die gar keine Werbung sind. Klassischer Fall: ich kaufe mir einen Nagellack von Firma XY, ich finde den toll, lade ein Bild auf Instagram hoch und sage "Ich finde den Nagellack toll! Schöne Farbe, lässt sich super auftragen, trocknet schnell, klare Empfehlung"

Oder auch: Ich lade ein Bild von meinen jüngsten Käufen hoch, ohne großartig was über das Produkt zu berichten. Ich freue mich einfach nur, dass ich meinen Kaufrausch befriedigen konnte 😁

Ganz deutlich: DAS IST KEINE WERBUNG! Warum? Weil ich weder Geld oder eine sonstige Gegenleistung von der Firma für meinen Beitrag erhalte und auch nicht in einer geschäftlichen Absicht handle. Vergleichen kann man das mit einem Mädelsabend - Beispiel aus der Realität: Ich sitze mit meiner Freundin bei einem Glas Wein zusammen, sie erzählt mir von einer absolut tollen Mascara und aufgrund ihrer Empfehlung kaufe ich besagtes Produkt. Ist das Werbung? Nein, es ist eine Empfehlung aufgrund ihrer eigenen Erfahrung.

Genauso verhält es sich mit abertausenden von Posts im Netz. Es sind klassische Empfehlungen von anderen Verbrauchern. Was ihr mit den Infos anfangt, bleibt zunächst erstmal euch überlassen. Der eine rennt los und kauft sich das besagte Produkt weil er auch von den positiven Eigenschaften profitieren will, der Nächste nimmt es einfach zur Kenntnis. Gut, so läuft das eben.

Verwirrender Aspekt: Nennung bzw. Verlinkung der Marke

Der Aspekt, der schlussendlich für die große Verwirrung gesorgt hat, war der Punkt "Ich nenne die Firma/ die Marke und verlinke diese auch". Hier sind wir beim Stichwort "Affiliate Links".
Das sind Verlinkungen auf Seiten, wo ein Produkt direkt gekauft werden kann. Der Verfasser erhält für jeden Klick auf diesen Link einen kleinen Obolus. Der Gesetzgeber sagt, dass dies ein direkter Kaufanreiz ist und somit sind solche Links Werbung.

Wer hier genauer nachliest versteht, dass es keine Werbung ist, wenn ich eine Marke nenne - schließlich liegt es in der Natur der Sache, das "Kind beim Namen" zu nennen, wenn ich etwas empfehlen möchte. Die beste Empfehlung meiner Freundin hätte mir nichts genützt, wenn ich nicht wüsste von welcher Firma die Mascara ist und wie das Produkt genau heißt, oder?!

Und wie verhält es sich mit Verlinkungen zu anderen Instagram-Accounts? Klassisch werden diese Seiten mittels "@" in der Bildunterschrift oder den Kommentaren verlinkt. Aber kennt ihr eine Instagram Seite, auf welcher man Produkte DIREKT kaufen kann? Also ich nicht 😯 Klar, die Meisten haben in ihrer Bio einen Link zum eigenen Online-Shop aber diesen verlinke ich nicht als solches. Also: KEINE WERBUNG!

Wer nun immernoch skeptisch ist, bzw. gern eine handfeste und offizielle Quelle hätte, darf sich gern den entsprechenden Flyer unserer Medienanstalten ansehen (klick). Hier wird kurz und knackig nochmal alles erläutert, was sowohl für Blogger, Social Media Nutzer als auch interessierte Verbraucher wichtig ist. 😊

Wie stehe ich zu dem Thema Werbung?

Grundsätzlich finde ich es richtig und wichtig, Werbung als solche zu kennzeichnen, wenn es denn tatsächlich Werbung ist. Für mich als Verbraucher spielt es eine entscheidende Rolle, ob die Meinung die Jemand zu einem Produkt vertritt "echt" ist oder "gekauft" wurde. Und genau da liegt aktuell der Hase im Pfeffer. Wenn nun Jeder auf Instagram oder wo auch immer, aus Angst anfängt Beiträge als Werbung zu kennzeichnen, die gar keine sind, ist das für mich als Verbraucher extrem verwirrend. Da bringt es mir auch nichts, wenn kurz nach dem Schlagwort WERBUNG/ ANZEIGE die Wortgruppe "selbst gekauft" hinzugefügt wird. Das Ding ist nämlich, dass die Kennzeichung von Werbung direkt am Anfang des Textes erfolgen muss, d. h. das Wort "WERBUNG" ist das Erste was ich wahrnehme und dann lese ich meist gar nicht weiter. Weil ich mir eben denke "Mhhh, ob die Meinung dann noch objektiv ist?!" Das hat also nicht nur Folgen für mich als Verbraucher - weil mir eine eigentlich "echte" Meinung entgeht - sondern auch für den Beitragsverfasser, der fälschlicherweise den Stempel "nicht objektiv" bekommt.

Daher würde ich mir wünschen, dass alle die, die diese Wortkombi aus Angst momentan sehr inflationär verwenden, sich nicht der Hysterie anschließen, sondern sich mal genauer in die rechtliche Lage reinlesen. Das sollte es den Verfassern doch wohl Wert sein, oder? Schließlich nützt das nicht nur den Lesern, sondern auch den Verfassern selbst.

Für mich als Blogger und Instagram-User ist das Thema insofern nicht relevant, da ich quasi ein kleines frisches "Schlusslicht" am Bloggerhimmel bin. Ich habe so wenig Follower, dass sich Firmen nicht für mich interessieren. Um jedoch potentiellen Ärger aus dem Weg zu gehen, werde ich bei Produktempfehlungen am Ende eines Beitrages die Wortkombi [Produkte selbst gekauft] hinzufügen. 

Doch selbst wenn ich irgendwann mal etliche Follower mehr habe und Jemand Interesse am geschäftlichen Handeln zeigt: ich hab eh keine Lust auf diesen "Werbezug" aufzuspringen und bestimmte Marken oder Produkte anzupreisen. Dafür ist die Produktwelt im Nagelsegment einfach viel zu vielfältig, als das ich mich festlegen möchte. Wenn man ein Fläschchen Lack kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt bekommt ist das eine Sache, aber Kohle für Dauerlobeshymnen auf eine bestimmte Firma zu kassieren ist definitiv was Anderes. Mir ist es wichtig, ehrliche Inhalte zu bieten und frei von der Leber weg schreiben zu können. Denn das ist das, was auch ich von anderen Bloggern erwarte. 

Ich hoffe, der heutige Beitrag war sowohl für die Betroffenen als auch für die reinen Leser interessant und informativ. Falls ihr noch Grundlagen zum Thema benötigt: ich habe einige Links zu Rechtsgrundlagen gesammelt, die ich gern zur Verfügung stelle.

Eure Julia 💋

Dienstag, 3. Oktober 2017

Let`s talk about Gel, Baby!

Oktober 03, 2017

Hallo ihr Lieben,

heute soll es wie bereits versprochen um das Thema UV-Gele gehen...also genauer gesagt um das "Material" welches ich nutze, um meine Naturnägel zu verstärken.

Vor unserem kleinen Exkurs MUSS ich allerdings noch eine Sache anmerken: ich BIN die absolute Chemie-Niete! 😅 Die einzigen Dinge, die mir aus dem Chemieunterricht im Gedächtnis blieben sind H2SO4 (Schwefelsäure) und natürlich O2 sowie H2O...dann hört es aber auch schon auf. Ich war halt immer mehr sprachbegabt und die Kreative, mit Naturwissenschaften konnte man mich im Allgemeinen jagen.

Deshalb rümpfte ich bei meinem Selbststudium zum Thema Produktchemie auch erstmal gewaltig die Nase, als es in die "wissenschaftliche Tiefe" ging. Aber hey, wenn man sich für etwas begeistert, gehen selbst die gehassten Dinge locker flockig von der Hand 😉

Daher gibt es im Folgenden also ein bisschen Basic-Wissen zum Thema Gele - so laienhaft wie nur möglich.

1. Zusammensetzung von Gelen

- Harze:

Harze bilden die Grundlage eines jeden Gels. Sie sind in allererster Linie verantwortlich für die physikalischen Eigenschaften, die am Ende der Modellage auf dem Nagel herrschen, nämlich Härte und Flexibilität. Hart UND biegsam, hä? Ja, na klar! Jeder der schon einmal mit einem Nagel unglücklich gegen etwas gestoßen ist weiß: ein harter Nagel hält geringen Stößen stand, wird der "Schock" derber kann Flexibilität den Nagel vor dem endgültigen Brechen bewahren. Hier ein absolutes Non-Plus-Ultra zu finden ist so gut wie unmöglich, da man auf die plötzlichen Einwirkungen von außen kaum Einfluß hat. Mein Credo ist mittlerweile: wenn ich versuche meinen Nagel mit den anderen Fingern umzubiegen, sollte er sich nicht verformen, wenn ich irgendwo extrem dagegen stoße gibt er ein stückweit nach ohne gleich zu brechen. Damit fahre ich bis jetzt ganz gut 😊

- Initiatoren:

Das sind die Kumpels die dafür sorgen, dass eine chemische Reaktion angestoßen wird, sobald der entsprechende Katalysator (Auslöser) zum Einsatz kommt. Im Falle von UV-Gelen sind UV Strahlen (also Licht in einer bestimmten Wellenlänge) der Auslöser für die chemische Reaktion, welche am Ende ein Aushärten des Geles bewirkt. Ja, genau das ist eine Gelmodellage: eine chemische Reaktion auf unseren Fingernägeln. Manchmal halten liebe Freundinnen als "Versuchsmodelle" für meine Nailart her, aber denen die schwanger sind, würde ich nie mit Gel zu Leibe rücken - denn es ist und bleibt eben Chemie. Die Haare soll man während der Schwangerschaft ja auch nicht unbedingt färben - aber das nur als kleine Randbemerkung.

- Stabilisatoren:

Sorgen dafür, dass euer Gel nicht bereits im Tiegel aushärtet. Sie stabilisieren also die Konsistenz des Gels, bis der eigentliche Katalysator zum Einsatz kommt. Kleiner Tipp: macht eure Nailart NIE im Sommer im Garten an der frischen Luft - denn: die liebe Sonne macht eure offenen Gele im Tiegel knüppelhart (ist mir natürlich nicht passiert *pfeif*...) 😅 Meine Gele bewahre ich auch in meiner Nagelecke möglichst lichtgeschützt auf. Auch wenn die Tiegel ansich lichtundurchlässig sind, gehe ich lieber auf Nummer sicher und lasse sie in einer Schublade verschwinden. Vorteil: Einmal aufziehen und ich habe alles schön griffbereit, ohne lange wühlen zu müssen.

- Monomere:

Mono...was?! Naja, ihr alle habt Zugriff auf Wikipedia! Daher spielerisch für den Laien: Monomere sind sehr reaktionsfreudige Moleküle, die sich dank einer chemischen Reaktion in Polymere "verwandeln". Das "verwandeln" könnte man hier richtigerweise mit verketten ersetzen. Stellt euch einfach vor, dass ein Monomer ein kleiner niedlicher Ball ist. In einem Gel-Tiegel befinden sich einige Millionen (oder aber Milliarden?!) dieser kleinen Bälle. Sobald das UV-Licht auf sie trifft, reichen sich viele dieser kleinen Bälle die Hände und bilden eine feste Kette. Die feste Kette ist dann das Polymer. Die Aushärtung von Gelen nennt man daher auch Polymerisation.

- Farbstoffe:

Sorgen dafür, dass eure Nailart wie Einhornkotze oder anderweitig ansehnlich daherkommt...nunja, der Name sagt ja, was der Stoff tut - er färbt etwas ein 😛

2. Wieso das Gel (im Normalfall) auf dem Naturnagel haftet

- Chemische Haftung: 

Unsere Fingernägel bestehen unter anderem aus Keratin, welches sich auch auf der Oberseite des Nagles befindet. Die chemischen Bindungen im Keratin gehen wiederrum eine Bindung mit den in dem Gel vorhandenen Molekülen ein - beide Bindungen saugen sich quasi an einander fest. Damit das geschehen kann ist es wichtig, den Naturnagel zu entfetten, z. B. mit einem Buffer.

- Mechanische Haftung:

Mittels bestimmter Hilfsmittel wie z. B. Primer werden klitzekleine Vertiefungen in den Nägel geätzt, um so seine Oberflächenbeschaffenheit "aufzubrechen".  Dadurch kann sich das Gel besser mit dem Nagel verbinden.

3. Warum Gel auf Gel haftet

Im Punkt 1, Monomere, hatte ich ja das Beispiel mit den kleinen Bällen gebracht. Bei der chemischen Reaktion härten wie bereits beschrieben viele, aber eben nicht alle Bällchen aus. Die Bällchen, die die Hände noch nicht ausgestreckt haben, sind potentiell bereit für eine neue Runde. Kurz: es gibt Moleküle, die nach einem Durchgang UV-Strahlen noch nicht ausreagiert sind. Diese Moleküle haben dann die Chance, sich mit der nächsten Gelschicht die Hände zu reichen. Das ist im Übrigen auch der Grund, warum man eine ausgehärtete Gelschicht nicht "abcleanern" sollte, wenn man vorhat noch eine weitere Schicht aufzutragen. Ihr würdet damit einen Teil der noch nicht ausreagierten Moleküle entfernen, was die Haftung beeinträchtigen KANN.

Cleanern also bitte nur, wenn ihr mit der Modellage fertig seid oder wenn ihr vorhabt zu feilen. Denn das wiederum öffnet die Struktur der vorherigen Gelschicht und macht sie "kontaktfreudiger"

4. Was ihr sonst noch wissen solltet

- Schrumpfung des Gels:

Was ihr bei jeder Modellage berücksichtigen solltet: ein geringer Teil des Gels verflüchtigt sich während der Reaktion und es findet eine sogenannte Schrumpfung statt. Genau deshalb sollte Gel nie allzu dünn aufgetragen werden, da sich dann im Aushärtungsprozess Kraterlandschaften bilden können. Dann sehen eure Nägel aus wie Oberschenkel mit Cellulite und das will man ja nicht. Lieber etwas mehr Gel und die ausgehärtete Modellage zurechtfeilen (danach aber bitte versiegeln!!!), als zu wenig Gel.

- Wärmeentwicklung:

Wärme während des Aushärtungsprozessen auf dem Nagel zu spüren KANN vorkommen. Ich rede hier allerdings von wohliger Wärme und nicht von Schmerzen - diese sollte man zu keinem Zeitpunkt haben, denn das ist das Signal für "uuups, da ist was schiefgelaufen!" Meistens wurde dann der Naturnagel zu sehr befeilt, oder der Naturnagel war bereits geschädigt. Den Naturnagel darf man nicht zu dünn befeilen, sondern vor der Modellage nur gaaaanz leicht anbuffern. Richtig kaputte oder kranke Nägel sollte man ohnehin NICHT mit Gel behandeln. Wenn der Naturnagel zu dünn ist, kann die Schrumpfung des Gels als Schmerz empfunden werden. Auch billige Gele, die zuviele lichtaktive Moleküle haben, können diesen Effekt begünstigen, da die Aushärtung zu schnell erfolgt. Allein schon deshalb kommen mir Billig-Gele nicht ins Haus!

- eine intakte UV-Lampe:

Wenn die Leuchtmittel in eurer Lampe nicht mehr 1a laufen, müssen diese ausgetauscht werden. Alte und defekte Leuchtmittel können ein under- oder overcuring zur Folge haben, d. h. eure Gele härten zu schnell, zu langsam oder nicht mehr vollständig aus. Ein Haltbarkeitsverlust der Modellage wäre hier die Folge.

- Haltbarkeit:

Wie viele andere Kosmetikprodukte, sind auch Gele (leider) nicht unbegrenzt haltbar. Auf den Verpackungen findet ihr mittels Symbol die Angabe, in welchem Zeitraum nach dem Öffnen ihr das Produkt sicher verwenden könnt. So sieht das Symbol aus:



Die Angabe der Zahl bezieht sich auf die Monate. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was passiert, wenn das Gel über diese Zeit hinaus verwendet wird, da noch keines meiner Gele "so alt geworden" ist. Bei Hautcremes weiß ich, dass sie anfangen "ranzig" zu werden. Im Bezug auf Gele könnte ich mir vorstellen, dass die Stabilisatoren ggf. irgendwann nicht mehr richtig wirken, sich die Konsistenz des Geles ändert und/ oder die Haftungseigenschaften leiden.

Im Ernstfall also lieber kleinere Tiegel kaufen, falls ihr die Produkte wirklich nur für euch privat benutzt und das Material dementsprechend langsam verbraucht wird.

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So, ich denke das ist für den Anfang erstmal genug input zum Thema Basic-Wissen. Ich denke, dass ich diesen Post von Zeit zu Zeit aktualisieren und auch neue Punkt hinzufügen werde. Also bleibt einfach dran 💖 In meinem nächsten Post erzähle ich euch dann, welche Gele ich bisher ausprobiert habe und welche Produkte meine absoluten Lieblinge sind, selbst bei Problemnägeln.

Nun wünsche ich euch aber erstmal einen schönen Feiertag und eine stressfreie Woche.

Eure Julia 💋



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