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Dienstag, 3. Oktober 2017

Let`s talk about Gel, Baby!


Hallo ihr Lieben,

heute soll es wie bereits versprochen um das Thema UV-Gele gehen...also genauer gesagt um das "Material" welches ich nutze, um meine Naturnägel zu verstärken.

Vor unserem kleinen Exkurs MUSS ich allerdings noch eine Sache anmerken: ich BIN die absolute Chemie-Niete! 😅 Die einzigen Dinge, die mir aus dem Chemieunterricht im Gedächtnis blieben sind H2SO4 (Schwefelsäure) und natürlich O2 sowie H2O...dann hört es aber auch schon auf. Ich war halt immer mehr sprachbegabt und die Kreative, mit Naturwissenschaften konnte man mich im Allgemeinen jagen.

Deshalb rümpfte ich bei meinem Selbststudium zum Thema Produktchemie auch erstmal gewaltig die Nase, als es in die "wissenschaftliche Tiefe" ging. Aber hey, wenn man sich für etwas begeistert, gehen selbst die gehassten Dinge locker flockig von der Hand 😉

Daher gibt es im Folgenden also ein bisschen Basic-Wissen zum Thema Gele - so laienhaft wie nur möglich.

1. Zusammensetzung von Gelen

- Harze:

Harze bilden die Grundlage eines jeden Gels. Sie sind in allererster Linie verantwortlich für die physikalischen Eigenschaften, die am Ende der Modellage auf dem Nagel herrschen, nämlich Härte und Flexibilität. Hart UND biegsam, hä? Ja, na klar! Jeder der schon einmal mit einem Nagel unglücklich gegen etwas gestoßen ist weiß: ein harter Nagel hält geringen Stößen stand, wird der "Schock" derber kann Flexibilität den Nagel vor dem endgültigen Brechen bewahren. Hier ein absolutes Non-Plus-Ultra zu finden ist so gut wie unmöglich, da man auf die plötzlichen Einwirkungen von außen kaum Einfluß hat. Mein Credo ist mittlerweile: wenn ich versuche meinen Nagel mit den anderen Fingern umzubiegen, sollte er sich nicht verformen, wenn ich irgendwo extrem dagegen stoße gibt er ein stückweit nach ohne gleich zu brechen. Damit fahre ich bis jetzt ganz gut 😊

- Initiatoren:

Das sind die Kumpels die dafür sorgen, dass eine chemische Reaktion angestoßen wird, sobald der entsprechende Katalysator (Auslöser) zum Einsatz kommt. Im Falle von UV-Gelen sind UV Strahlen (also Licht in einer bestimmten Wellenlänge) der Auslöser für die chemische Reaktion, welche am Ende ein Aushärten des Geles bewirkt. Ja, genau das ist eine Gelmodellage: eine chemische Reaktion auf unseren Fingernägeln. Manchmal halten liebe Freundinnen als "Versuchsmodelle" für meine Nailart her, aber denen die schwanger sind, würde ich nie mit Gel zu Leibe rücken - denn es ist und bleibt eben Chemie. Die Haare soll man während der Schwangerschaft ja auch nicht unbedingt färben - aber das nur als kleine Randbemerkung.

- Stabilisatoren:

Sorgen dafür, dass euer Gel nicht bereits im Tiegel aushärtet. Sie stabilisieren also die Konsistenz des Gels, bis der eigentliche Katalysator zum Einsatz kommt. Kleiner Tipp: macht eure Nailart NIE im Sommer im Garten an der frischen Luft - denn: die liebe Sonne macht eure offenen Gele im Tiegel knüppelhart (ist mir natürlich nicht passiert *pfeif*...) 😅 Meine Gele bewahre ich auch in meiner Nagelecke möglichst lichtgeschützt auf. Auch wenn die Tiegel ansich lichtundurchlässig sind, gehe ich lieber auf Nummer sicher und lasse sie in einer Schublade verschwinden. Vorteil: Einmal aufziehen und ich habe alles schön griffbereit, ohne lange wühlen zu müssen.

- Monomere:

Mono...was?! Naja, ihr alle habt Zugriff auf Wikipedia! Daher spielerisch für den Laien: Monomere sind sehr reaktionsfreudige Moleküle, die sich dank einer chemischen Reaktion in Polymere "verwandeln". Das "verwandeln" könnte man hier richtigerweise mit verketten ersetzen. Stellt euch einfach vor, dass ein Monomer ein kleiner niedlicher Ball ist. In einem Gel-Tiegel befinden sich einige Millionen (oder aber Milliarden?!) dieser kleinen Bälle. Sobald das UV-Licht auf sie trifft, reichen sich viele dieser kleinen Bälle die Hände und bilden eine feste Kette. Die feste Kette ist dann das Polymer. Die Aushärtung von Gelen nennt man daher auch Polymerisation.

- Farbstoffe:

Sorgen dafür, dass eure Nailart wie Einhornkotze oder anderweitig ansehnlich daherkommt...nunja, der Name sagt ja, was der Stoff tut - er färbt etwas ein 😛

2. Wieso das Gel (im Normalfall) auf dem Naturnagel haftet

- Chemische Haftung: 

Unsere Fingernägel bestehen unter anderem aus Keratin, welches sich auch auf der Oberseite des Nagles befindet. Die chemischen Bindungen im Keratin gehen wiederrum eine Bindung mit den in dem Gel vorhandenen Molekülen ein - beide Bindungen saugen sich quasi an einander fest. Damit das geschehen kann ist es wichtig, den Naturnagel zu entfetten, z. B. mit einem Buffer.

- Mechanische Haftung:

Mittels bestimmter Hilfsmittel wie z. B. Primer werden klitzekleine Vertiefungen in den Nägel geätzt, um so seine Oberflächenbeschaffenheit "aufzubrechen".  Dadurch kann sich das Gel besser mit dem Nagel verbinden.

3. Warum Gel auf Gel haftet

Im Punkt 1, Monomere, hatte ich ja das Beispiel mit den kleinen Bällen gebracht. Bei der chemischen Reaktion härten wie bereits beschrieben viele, aber eben nicht alle Bällchen aus. Die Bällchen, die die Hände noch nicht ausgestreckt haben, sind potentiell bereit für eine neue Runde. Kurz: es gibt Moleküle, die nach einem Durchgang UV-Strahlen noch nicht ausreagiert sind. Diese Moleküle haben dann die Chance, sich mit der nächsten Gelschicht die Hände zu reichen. Das ist im Übrigen auch der Grund, warum man eine ausgehärtete Gelschicht nicht "abcleanern" sollte, wenn man vorhat noch eine weitere Schicht aufzutragen. Ihr würdet damit einen Teil der noch nicht ausreagierten Moleküle entfernen, was die Haftung beeinträchtigen KANN.

Cleanern also bitte nur, wenn ihr mit der Modellage fertig seid oder wenn ihr vorhabt zu feilen. Denn das wiederum öffnet die Struktur der vorherigen Gelschicht und macht sie "kontaktfreudiger"

4. Was ihr sonst noch wissen solltet

- Schrumpfung des Gels:

Was ihr bei jeder Modellage berücksichtigen solltet: ein geringer Teil des Gels verflüchtigt sich während der Reaktion und es findet eine sogenannte Schrumpfung statt. Genau deshalb sollte Gel nie allzu dünn aufgetragen werden, da sich dann im Aushärtungsprozess Kraterlandschaften bilden können. Dann sehen eure Nägel aus wie Oberschenkel mit Cellulite und das will man ja nicht. Lieber etwas mehr Gel und die ausgehärtete Modellage zurechtfeilen (danach aber bitte versiegeln!!!), als zu wenig Gel.

- Wärmeentwicklung:

Wärme während des Aushärtungsprozessen auf dem Nagel zu spüren KANN vorkommen. Ich rede hier allerdings von wohliger Wärme und nicht von Schmerzen - diese sollte man zu keinem Zeitpunkt haben, denn das ist das Signal für "uuups, da ist was schiefgelaufen!" Meistens wurde dann der Naturnagel zu sehr befeilt, oder der Naturnagel war bereits geschädigt. Den Naturnagel darf man nicht zu dünn befeilen, sondern vor der Modellage nur gaaaanz leicht anbuffern. Richtig kaputte oder kranke Nägel sollte man ohnehin NICHT mit Gel behandeln. Wenn der Naturnagel zu dünn ist, kann die Schrumpfung des Gels als Schmerz empfunden werden. Auch billige Gele, die zuviele lichtaktive Moleküle haben, können diesen Effekt begünstigen, da die Aushärtung zu schnell erfolgt. Allein schon deshalb kommen mir Billig-Gele nicht ins Haus!

- eine intakte UV-Lampe:

Wenn die Leuchtmittel in eurer Lampe nicht mehr 1a laufen, müssen diese ausgetauscht werden. Alte und defekte Leuchtmittel können ein under- oder overcuring zur Folge haben, d. h. eure Gele härten zu schnell, zu langsam oder nicht mehr vollständig aus. Ein Haltbarkeitsverlust der Modellage wäre hier die Folge.

- Haltbarkeit:

Wie viele andere Kosmetikprodukte, sind auch Gele (leider) nicht unbegrenzt haltbar. Auf den Verpackungen findet ihr mittels Symbol die Angabe, in welchem Zeitraum nach dem Öffnen ihr das Produkt sicher verwenden könnt. So sieht das Symbol aus:



Die Angabe der Zahl bezieht sich auf die Monate. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was passiert, wenn das Gel über diese Zeit hinaus verwendet wird, da noch keines meiner Gele "so alt geworden" ist. Bei Hautcremes weiß ich, dass sie anfangen "ranzig" zu werden. Im Bezug auf Gele könnte ich mir vorstellen, dass die Stabilisatoren ggf. irgendwann nicht mehr richtig wirken, sich die Konsistenz des Geles ändert und/ oder die Haftungseigenschaften leiden.

Im Ernstfall also lieber kleinere Tiegel kaufen, falls ihr die Produkte wirklich nur für euch privat benutzt und das Material dementsprechend langsam verbraucht wird.

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So, ich denke das ist für den Anfang erstmal genug input zum Thema Basic-Wissen. Ich denke, dass ich diesen Post von Zeit zu Zeit aktualisieren und auch neue Punkt hinzufügen werde. Also bleibt einfach dran 💖 In meinem nächsten Post erzähle ich euch dann, welche Gele ich bisher ausprobiert habe und welche Produkte meine absoluten Lieblinge sind, selbst bei Problemnägeln.

Nun wünsche ich euch aber erstmal einen schönen Feiertag und eine stressfreie Woche.

Eure Julia 💋



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