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Montag, 9. Oktober 2017

Ist das hier jetzt Werbung, oder was?!

UPDATE (Stand 06/2018):

Der untenstehende Beitrag wurde im Oktober 2017 verfasst. Die Inhalte sind möglicherweise veraltet und sollten daher nicht als Referenz oder Anleitung genutzt werden!

Ich bin weder eine Juristin noch Rechtsanwältin und die aufgeführten Inhalte stellen weder eine Rechtsberatung dar noch ersetzen sie eine eben diese!

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Hallo ihr Lieben,

eigentlich hatte ich in meinem Urlaub Besseres vor, als meinen Senf zu den kürzlich erschienenen Kuriositäten auf Instagram dazuzugeben. Aber da mich solche Sätze wie "[Werbung - da Produktverlinkung]" oder "{Werbung - selbst gekauft}" irgendwie stutzig gemacht haben und ich sie mittlerweile auch echt nicht mehr sehen kann, habe ich mich vor einigen Tagen eindringlicher mit der Materie "Was ist Werbung und was nicht" befasst und möchte zu All dem etwas aus rechtlicher Sicht sagen und auch selbst gern Position beziehen. Nicht aus einer Schutzfunktion heraus und um potentiellen Ärger durch Abmahnungen etc...aus dem Weg zu gehen. Nein, in aller erster Linie möchte ich, dass IHR als meine Leser wisst, wie ihr meine Beiträge einzuordnen und somit zu werten habt.

Aber nochmal kurz auf Anfang

Ich habe vor wenigen Wochen diesen Blog und meinen Instagram-Nagelaccount ins Leben gerufen. In der Bloggerwelt bin ich noch absoluter Frischling aber mit dem Kolos "Instagram" bin ich seit knapp 3 Jahren durch meinen privaten Acoount bereits ganz gut vertraut. In diesem Acoount folge ich allerdings nur Freunden und keinen Firmen, Promis und so weiter.

Daher war ich etwas irritiert, als mir kurz nach der "Accounteröffnung" immer wieder Beitragsopener wie [Werbung - Markennennung] der von mir abonierten Nagelseiten um die Ohren oder besser gesagt Augen flogen. "Was ist denn hier los?", "Muss das so sein?!" oder aber "Das ist doch neu!" dachte ich immer so vor mich hin.

Nun gehöre ich zum einen zu der Gattung Mensch, die nicht gleich blindlings alles mitmacht was Andere machen und zum Anderen bin ich des googlens mächtig und liebe es, mich durch lange (Gesetzes)Texte zu wuseln. Bei meiner Recherche stieß ich zunächst auf den Fall einer Instagrammerin bzw. "Influencerin", welche es aus Sicht der Behörden versäumt hatte, einen Ihrer Posts auf Instgram korrekt als Werbung zu kennzeichnen. Dafür wurden sowohl die Influencerin als auch das Unternehmen zur Kasse gebeten.

Um den Wirbel zu verstehen, wäre es aber erstmal wichtig zu wissen, was Werbung denn eigentlich ist. Für Jeden verständlich ausgedrückt: Eine Firma gibt Jemanden Geld oder eine andere Gegenleistung dafür, dass der Jenige die Firma oder ein bestimmtes Produkt der Firma positiv erwähnt und somit zum Kauf animiert. Naja, eigentlich sollte ja Jedem bewusst sein, was Werbung ist, wir sind schließlich alle täglich davon umgeben.

Kritisch wird es jedoch dann, wenn Jemand Werbung betreibt, diese aber nicht als solche kennzeichnet. Der Gesetzgeber nennt dies dann "Schleichwerbung" und das ist eben strafbar. Warum? Weil laut Definition der Otto-Normal-Verbaucher einem Text, der keine Werbung ist mehr Vertrauen entgegenbringt und somit durch Schleichwerbung in seiner Wahrnehmung mutwillig getäuscht/ betrogen werden könnte.

Um eins ganz klar zu sagen: das Internet ist kein rechtsfreier Raum. D. h. wenn Jemand in seinem Blog, auf seinem Social Media Account oder wo auch immer Netz Werbung betreibt, muss diese für den Leser ganz deutlich als solche gekennzeichnet sein. Dass das nicht bei allen Bloggern oder Influencern der Fall ist, ist leider eine traurige Wahrheit, aber schwarze Schafe gibt es eben überall.

Klare Trennung zwischen Werbung und redaktionellen Beiträgen / Empfehlungen

Putzig wurde es allerdings in dem Augenblick, als auch die weißen Schafe anfingen, Beiträge aus Angst als "Werbung" zu kennzeichnen, die gar keine Werbung sind. Klassischer Fall: ich kaufe mir einen Nagellack von Firma XY, ich finde den toll, lade ein Bild auf Instagram hoch und sage "Ich finde den Nagellack toll! Schöne Farbe, lässt sich super auftragen, trocknet schnell, klare Empfehlung"

Oder auch: Ich lade ein Bild von meinen jüngsten Käufen hoch, ohne großartig was über das Produkt zu berichten. Ich freue mich einfach nur, dass ich meinen Kaufrausch befriedigen konnte 😁

Ganz deutlich: DAS IST KEINE WERBUNG! Warum? Weil ich weder Geld oder eine sonstige Gegenleistung von der Firma für meinen Beitrag erhalte und auch nicht in einer geschäftlichen Absicht handle. Vergleichen kann man das mit einem Mädelsabend - Beispiel aus der Realität: Ich sitze mit meiner Freundin bei einem Glas Wein zusammen, sie erzählt mir von einer absolut tollen Mascara und aufgrund ihrer Empfehlung kaufe ich besagtes Produkt. Ist das Werbung? Nein, es ist eine Empfehlung aufgrund ihrer eigenen Erfahrung.

Genauso verhält es sich mit abertausenden von Posts im Netz. Es sind klassische Empfehlungen von anderen Verbrauchern. Was ihr mit den Infos anfangt, bleibt zunächst erstmal euch überlassen. Der eine rennt los und kauft sich das besagte Produkt weil er auch von den positiven Eigenschaften profitieren will, der Nächste nimmt es einfach zur Kenntnis. Gut, so läuft das eben.

Verwirrender Aspekt: Nennung bzw. Verlinkung der Marke

Der Aspekt, der schlussendlich für die große Verwirrung gesorgt hat, war der Punkt "Ich nenne die Firma/ die Marke und verlinke diese auch". Hier sind wir beim Stichwort "Affiliate Links".
Das sind Verlinkungen auf Seiten, wo ein Produkt direkt gekauft werden kann. Der Verfasser erhält für jeden Klick auf diesen Link einen kleinen Obolus. Der Gesetzgeber sagt, dass dies ein direkter Kaufanreiz ist und somit sind solche Links Werbung.

Wer hier genauer nachliest versteht, dass es keine Werbung ist, wenn ich eine Marke nenne - schließlich liegt es in der Natur der Sache, das "Kind beim Namen" zu nennen, wenn ich etwas empfehlen möchte. Die beste Empfehlung meiner Freundin hätte mir nichts genützt, wenn ich nicht wüsste von welcher Firma die Mascara ist und wie das Produkt genau heißt, oder?!

Und wie verhält es sich mit Verlinkungen zu anderen Instagram-Accounts? Klassisch werden diese Seiten mittels "@" in der Bildunterschrift oder den Kommentaren verlinkt. Aber kennt ihr eine Instagram Seite, auf welcher man Produkte DIREKT kaufen kann? Also ich nicht 😯 Klar, die Meisten haben in ihrer Bio einen Link zum eigenen Online-Shop aber diesen verlinke ich nicht als solches. Also: KEINE WERBUNG!

Wer nun immernoch skeptisch ist, bzw. gern eine handfeste und offizielle Quelle hätte, darf sich gern den entsprechenden Flyer unserer Medienanstalten ansehen (klick). Hier wird kurz und knackig nochmal alles erläutert, was sowohl für Blogger, Social Media Nutzer als auch interessierte Verbraucher wichtig ist. 😊

Wie stehe ich zu dem Thema Werbung?

Grundsätzlich finde ich es richtig und wichtig, Werbung als solche zu kennzeichnen, wenn es denn tatsächlich Werbung ist. Für mich als Verbraucher spielt es eine entscheidende Rolle, ob die Meinung die Jemand zu einem Produkt vertritt "echt" ist oder "gekauft" wurde. Und genau da liegt aktuell der Hase im Pfeffer. Wenn nun Jeder auf Instagram oder wo auch immer, aus Angst anfängt Beiträge als Werbung zu kennzeichnen, die gar keine sind, ist das für mich als Verbraucher extrem verwirrend. Da bringt es mir auch nichts, wenn kurz nach dem Schlagwort WERBUNG/ ANZEIGE die Wortgruppe "selbst gekauft" hinzugefügt wird. Das Ding ist nämlich, dass die Kennzeichung von Werbung direkt am Anfang des Textes erfolgen muss, d. h. das Wort "WERBUNG" ist das Erste was ich wahrnehme und dann lese ich meist gar nicht weiter. Weil ich mir eben denke "Mhhh, ob die Meinung dann noch objektiv ist?!" Das hat also nicht nur Folgen für mich als Verbraucher - weil mir eine eigentlich "echte" Meinung entgeht - sondern auch für den Beitragsverfasser, der fälschlicherweise den Stempel "nicht objektiv" bekommt.

Daher würde ich mir wünschen, dass alle die, die diese Wortkombi aus Angst momentan sehr inflationär verwenden, sich nicht der Hysterie anschließen, sondern sich mal genauer in die rechtliche Lage reinlesen. Das sollte es den Verfassern doch wohl Wert sein, oder? Schließlich nützt das nicht nur den Lesern, sondern auch den Verfassern selbst.

Für mich als Blogger und Instagram-User ist das Thema insofern nicht relevant, da ich quasi ein kleines frisches "Schlusslicht" am Bloggerhimmel bin. Ich habe so wenig Follower, dass sich Firmen nicht für mich interessieren. Um jedoch potentiellen Ärger aus dem Weg zu gehen, werde ich bei Produktempfehlungen am Ende eines Beitrages die Wortkombi [Produkte selbst gekauft] hinzufügen. 

Doch selbst wenn ich irgendwann mal etliche Follower mehr habe und Jemand Interesse am geschäftlichen Handeln zeigt: ich hab eh keine Lust auf diesen "Werbezug" aufzuspringen und bestimmte Marken oder Produkte anzupreisen. Dafür ist die Produktwelt im Nagelsegment einfach viel zu vielfältig, als das ich mich festlegen möchte. Wenn man ein Fläschchen Lack kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt bekommt ist das eine Sache, aber Kohle für Dauerlobeshymnen auf eine bestimmte Firma zu kassieren ist definitiv was Anderes. Mir ist es wichtig, ehrliche Inhalte zu bieten und frei von der Leber weg schreiben zu können. Denn das ist das, was auch ich von anderen Bloggern erwarte. 

Ich hoffe, der heutige Beitrag war sowohl für die Betroffenen als auch für die reinen Leser interessant und informativ. Falls ihr noch Grundlagen zum Thema benötigt: ich habe einige Links zu Rechtsgrundlagen gesammelt, die ich gern zur Verfügung stelle.

Eure Julia 💋

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