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Dienstag, 19. September 2017

"Naturnagelverstärkung aka. der ganz normale Wahnsinn" oder auch: "10 Anfängerfehler und wie ich daraus lernte"




Guten Abend, guten Abend liebe Gemeinde,

ich hoffe ihr Alle hattet einen tollen Start in die Woche und entspannt euch nun in guter Atmosphäre zu Hause auf der warmen Couch. Winter is coming...

Nun, in meinem heutigen Blog-Beitrag soll es um das Thema Modellage mit UV-Gel gehen bzw. um die Naturnagelverstärkung mit Gel. Vor Allem möchte ich euch aus meiner eigenen Erfahrung Anfängerfehler aufzeigen und nützliche Tipps abseits der bekannten Tutorials geben.

Das Netz ist voll von Anleitungen zum Thema Gel-Modellage. Sei es in Form von pdf Anleitungen auf den Seiten der Online-Shops wie German Dream Nails, You-Tube Videos von namenhaften Firmen wie Jolifin, YouTube Videos von Nageldesignern, Blogs, Social Media etc...

Diese Tutorials habe ich natürlich anfangs verschlungen, wollte ich doch alles richtig machen und mich am liebsten gleich "Nagel-Profi" nennen. Von dem Nagel-Profi bin ich sicher noch weit entfernt, aber durch viel üben üben üben innerhalb der letzten 9 Monate konnte ich meine Technik insoweit ausbauen, dass meine Modellage mittlerweile schweren Stößen trotzt, ich keine Probleme mehr mit Liftings habe, meine Nägel nicht mehr abbrechen und das Ganze für meinen Geschmack natürlich aussieht.

Ausgangssituation (den kompletten Bericht findet ihr in meinem ersten Eintrag):

Meine Nägel waren...
- ...abgekaut
- ...brüchig
- ...ständig am Einreißen
- ...defacto nicht vorhanden

Was ich wollte:

- natürlich aussehende, gepflegte und etwas längere Nägel.

Wie ich angefangen habe: 

Mit einem UV-Gel Starterset von Jolifin habe ich mit der Nagelmodellage angefangen. Zusätzlich zu diesem Set habe ich mir noch einen Propusher, Nagelöl, Nagelhautentferner und einen Staupinsel gekauft.

Bei meinem ersten Versuch hielt ich mich genau an die Anleitung, die ich bei German Dream Nails gefunden habe. Das heißt um überhaupt eine "ordentliche" Ausgangsbasis zu schaffen, habe ich eine Gelmodellage inkl. Tip-Verlängerung gefertigt. Ich muss sagen, dass ich kein Fan von French bin. Kein Mensch hat von Natur aus strahlend weiße Nagelspitzen, aber das ist nunmal Geschmackssache. Deswegen habe ich auf das French verzichtet und im letzten Step über meine fertige Modellage etwas Shimmer Top-Coat gepinselt. Vorteil: so konnte ich die kleinen Patzer meines ersten Versuches ein wenig kaschieren. In den ersten 3-4 Tagen war ich wirklich zufrieden mit meinem Werk, doch dann schlichen sich die ersten Tücken, allen voran Liftings, ein. Womit wir auch schon beim Thema wären:

Meine Anfängerfehler und die absoluten Don'ts vor, während und nach der Modellage:

1. Vorher die Hände nicht "wässern" oder eincremen:

Mit der Modellage solltet ihr nicht unbedingt starten, nachdem ihr ein Bad genommen oder abgewaschen habt. Hintergrund: ähnlich wie die Haut, die beim Baden schrumpelig wird, verhält es sich mit Fingernägeln. Die Beschaffenheit des Nagels ändert sich zwischenzeitlich und das kann den Halt sehr beeinträchtigen! Ich habe anfangs den Fehler gemacht und mir teils zwischen dein einzelnen Schritten die Hände gewaschen, da ich nicht jedes Körnchen Feilstaub mit dem Pinsel wegbekommen habe. Auch das sollte man eher unterlassen.

Ebenso sollten die Hände nicht unmittelbar vorher eingecremt werden. Creme auf Naturnagel = Fettschicht = Barriere = Gel haftet nicht ordentlich. Die Pflege sollte also nicht vor, sondern nach der Modellage stattfinden.

2. Nicht rauchen:

Ja, ich bin Raucherin. Es gibt nur wenige Momente in denen ich mich zügeln kann, keinen Glimmstengel anzubrennen. Aber während meiner zweistündigen "Nagelzeit" unterlasse ich es tunlichst! Wer frisch geraucht hat und an seinen Fingern schnuppert, kann Nikotinanhaftungen riechen. Selbige befinden sich nach dem Rauchen auf dem Naturnagel und können die Haftung von UV-Gel beeinträchtigen.

Seitdem ich meine Hände zwischen den verschiedenen Modellage-Schritten nicht mehr wasche und nicht mehr während der Modellage rauche, sind die Liftings erheblich zurückgegangen. Verbannen konnte ich sie dann letztendlich mit dem für mich richtigen Gel. Mehr dazu folgt im nächsten Beitrag 💁

3. Den Naturnagel ordentlich säubern und von Unebenheiten befreien:

Egal ob sichtbare oder unsichtbare Nagelhaut - diese muss vom Naturnagel restlos entfernt werden, bevor das Gel aufgetragen wird. Genauso verhält es sich mit Nagellack. Habt ihr noch Rückstände auf dem Naturnagel, hüpft das Lifting quasi schon winkend im Kreis. Also: Nagellack restlos entfernen. Nagelhautentferner und einen Propusher/ Nagelhautfräseraufsatz schnappen und der Nagelhaut zu Leibe rücken. Mit dem Nagelhautentferner löst ihr vor Allem die nicht sichtbare Nagelhaut, welche sich beim Herauswachsen des Nagels auf der Nagelplatte mit nach oben schiebt.

4. Hygienisch Säubern:

Eigentlich unnötig zu erwähnen, aber BITTE BITTE säubert und desinfiziert euren Naturnagel vor dem Gelauftrag ordentlich! Das heißt, schnappt euch eine Zellette mit Cleaner oder Desinfektionsmittel und reibt für mehrere Sekunden über den Naturnagel. Dann lauft ihr auch nicht Gefahr, blöde Bakterien unter dem Gel einzuschließen welche u. A. Nagelpilz verursachen können.

5. Den Arbeitsplatz sauber halten:

Ich liebe unsere Katze, aber ihre Haare auf meinem Arbeitsplatz?! No way! Vor dem Nageln also alles ordentlich wischen. Falls ihr keine Staubabsaugung besitzt, legt euch ein leicht feuchtes Handtuch auf die Arbeitsfläche und tauscht dieses zur Not während der Modellage aus. Fusseln, Feilstaub und andere kleine Widerlinge im Gel oder auf dem Pinsel sehen nicht nur unschön aus sondern können auch das Ergebnis der Modellage beeinflussen. Für den Fall, dass ihr doch mal einen Fussel im Gel habt: macht keine Experimente wie rausziehen oder "rauspinseln". Entfernt das Gel vom Nagel mit Cleaner und fangt auf dem Nagel von Vorne an.  Soviel Zeit muss einfach sein 👆

6. Gel in der Nagelfalz/ auf der Nagelhaut vor dem Aushärten entfernen:

Gel, welches versehentlich in die Nagelfalz gelaufen ist bzw. auf die Nagelhaut aufgetragen wurde, muss vor dem Aushärten entfernt werden. Ich dachte mir am Anfang immer "Ach drauf gepfiffen, das feilst du weg...". Das ist keine so gute Idee, da erfahrungsgemäß eine unschöne "Wulst" entsteht, die zum Einen nicht schön aussieht und zum Anderen nicht optimal versiegelt werden kann. Also: nehmt euch die Zeit, schnappt euch ein Rosenholz- oder Hufstäbchen (oder hilfsweise einen Zahnstocher) und entfernt überschüssiges Gel auf Nagelhaut und Nagelfalz VOR dem Aushärten.

7. Gel nicht allzu dünn auftragen:

Ja, ich liiiiebe es natürlich (jedenfalls im Bezug auf die Modellage) und was ich absolut nicht will sind Schaufelräder an den Enden meiner Finger. Deshalb habe das Gel anfangs sehr dünn aufgetragen....zu dünn. Das Problem: Ein Teil des Geles verflüchtigt sicht beim Aushärten und die Gelschicht schrumpft daher. Wenn das Gel zu dünn aufgetragen wurde, können - nun nennen wir es mal - kleine "Löcher" im Gel entstehen. Vergleichbar ist das ganze am ehesten mit Orangenhaut 😆

Diese auszubessern ist schier unmöglich, da man beim buffern wahrscheinlich die gesamte zu dünne Schicht entfernt. Daher: lieber Kleckern statt Klotzen! Einen zu dicken Aufbau könnt ihr immernoch dünner feilen, einen zu dünnen Aubau "aufzufüllen" stell sich eher schwierig dar.

8. Schön Versiegeln/ Ummanteln:

Dass man die Nagelspitzen versiegeln muss, hatte ich vorher nicht explizit rauslesen können und habe es deshalb auch nicht gemacht. Grober Fehler, denn das begünstigt ebenfalls Liftings und sorgt dafür, dass euch die Modellage nach und nach abplatzt. Deshalb: die Seiten und Spitzen der Nägel immer ordentlich mit Gel ummanteln!

9. Nicht "Nachfeilen":

Klar, während der Modellage muss man mittels Buffer und Feile hier und da kleine Unebenheiten begradigen - keine Thema. Aber an einer fertigen und versiegelten Modellage sollte nicht mehr rumgefeilt werden. Damit wird die Versiegelung kaputt gemacht und Wasser, Luft und Schmutz können unter das Gel treten und somit zu Liftings führen. Also nehmt euch lieber die Zeit und feilt eure Modellage solange "glatt", bis ihr damit zufrieden seid 😘

10. Nicht Knaupeln, Piepeln oder wie auch immer ihr es nennt:

Meine neuen langen Nägel waren für mich am ersten Tag megaaa ungewohnt. Ständig hatte ich das Bedürfniss darauf rumzustreichen und mich daran zu erfreuen, wie glatt alles ist 😅 Das ist okay!

Was nicht okay ist: an ggf. auftretenden Liftings rumzupiepeln, an anfänglich nicht perfekt gefeitelten Kanten zu knaupeln oder am Schlimmsten: die frisch gefertigten Nägel direkt in Richtung Zähne zu bewegen.

Ihr habt Liftings? Okay, passiert. Nun heißt es: Ursache finden, das Lifting wegfeilen und Modellage auf dem jeweiligen Nagel neu anlegen. Knaupelt Liftings keinesfalls ab! Am Rand des Liftings ist das Gel sehr wahrscheinlich gut mit dem Naturnagel vebunden. Mit dem Gel könnt ihr potentiell Teile eures Naturnagels "abrupfen". Das kann zum Einen schmerzhaft sein und zum Anderen macht es euren Naturnagel zur Ratte. Also: NICHT KNAUPELN!!!

Ich habt einen Grat an eurem Nagel entdeckt? Auch das passiert. Feilt den Grat weg, buffert die Stelle etwas an und versiegelt den gesamten Nagel nochmal. Thema erledigt!

Ihr seid Nägelkauer und fallt nach der Modellage in alte Gewohnheiten zurück? Keine Schande, ging mir ganz genau so. Man merkt mit Gel auf den Nägeln natürlich, dass es schwieriger ist an den Nägeln zu kauen. Hier ist einfach Disziplin gefragt. Wenn euer Hirn sagt "Oh, Finger im Mund, der gehört da eigentlich nicht hin...", dann hört auf zu knabbern. Auch mir fällt es heute noch schwer, zugegeben. Gerade in stressigen Situationen ertappe ich mich manchmal dabei, wie die Hand in Richtung Zähne wandert. Aber ich höre rechtzeitig auf und beiße nicht mehr auf den Nägeln rum. Zum Einen weil es ecklig ist, zum Andern ist mir meine Zeit zu schade. Nämlich die Zeit, die ich geopfert habe, um eine schöne Modellage zu zaubern und die Zeit, die ich investieren müsste um meine Knubberei wieder auszubügeln. 


Was gibt es sonst noch zu sagen?

Nun, es gibt ein schönes Sprichwort: "Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!". Ich MUSSTE meine Nägel anfangs jedes Wochenende neu machen, weil ich Liftings hatte und ich mit meiner Technik nicht zufrieden war. Mittlerweile, nach nun fast 10 Monaten, würde es theoretisch reichen, wenn ich meine Nägel alle 3 Wochen auffülle um den Übergang zwischen Gel und Naturnagel zu kaschieren. Ich habe viele Gele probiert, meine Technik geändert, bin geduldiger geworden und habe mir mehr Zubehör zugelegt, welches mir mein Hobby um Einiges erleichtert.

Solltet ihr am Anfang eurer "Nagelkarriere" stehen und auf Probleme stoßen: Macht euch nichts draus und vor Allem: GEBT NICHT AUF !!! Ihr werdet sehen, irgendwann seid ihr an einem Punkt, an dem euch das Nageln Spaß macht, weil sich die gewünschten Ergebnisse einstellen.

Außerdem ist es ein Hobby, was im "laufenden Betrieb" nicht viel kostet. Einmal ein Starterset und wenig Zubehör auf dem Tisch, kommt der Rest relativ schleichend hinzu. Im monatlichen Unterhalt kostet mich mein Hobby um die 20,- €. Finde ich durchaus okay! 🙈

Ich hoffe, ich konnte der Ein oder Anderen von euch mit meinen Ausführungen ein bisschen weiterhelfen. Bei Fragen nutzt einfach die Kommentarfunktion oder schreibt mir eine E-Mail.

In meinem nächsten Post werde ich euch ein bisschen mehr zum Thema Gele erzählen und welche Produkte ich für meine Naturnagelverstärkung und somit Basis meiner Nailart nutze.



Eins davon seht ihr bereits oben im Bild, nämlich den "Jolifin Special Edition 4plus Ultra Strong Builder rosé". Für die Naturnagelverstärkung mein absoluter Liebling. Warum, wieso, weshalb erzähle ich euch im Laufe dieser Woche.

In diesem Sinne - keep on Pinseling.

 Eure Julia💋

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